Faymann hält Wrabetz für "den Richtigen"
 

Faymann hält Wrabetz für "den Richtigen"

Die Sozialdemokratien kommentierten Zeiler-Schelte im "profil" nicht.

Die Regierung will sich ihre demonstrative Harmonie auch nicht von der nahenden ORF-Wahl trüben lassen. Obwohl SPÖ und ÖVP nicht gerade die selben Pläne für die ORF-Wahl im August haben, gab es am Dienstag im Pressefoyer nach dem Ministerrat keine Spur von Konfrontation. Beide strichen hervor, dass bei der Wahl des künftigen ORF-Generaldirektors das Wohl des Unternehmens ORF im Mittelpunkt stehen müsse. Bundeskanzler Werner Faymann (S) betonte einmal mehr seine Unterstützung des amtierenden Generals Alexander Wrabetz.

Das tat Vizekanzler Michael Spindelegger (V) nicht, er will aber das Gespräch mit Wrabetz suchen, kündigte er an. Jedenfalls rechne er mit mehreren Bewerbern. Zuletzt war ja mit RTL-Boss Gerhard Zeiler der kolportierte Wunschkandidat der ÖVP abgesprungen. Darauf, dass Zeiler in seinem Nicht-Bewerbungsinterview im "profil" scharfe Kritik an der Politik und hier vor allem an der SPÖ geübt hatte, ging Faymann nicht näher ein: "Man muss nicht alles kommentieren", sagte er lediglich auf eine entsprechende Frage. Die SPÖ sei für einen "starken ORF", und er habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass Wrabetz mit seinem Team "große Fortschritte" für den ORF erzielt habe. "Ich sage das bei jeder Gelegenheit, ich halte Wrabetz für den Richtigen", bekräftigte der Kanzler.

So Deutliches war von Spindelegger nicht zu hören. Ob sich die ÖVP nun auf die Suche nach einem neuen Kandidaten mache, beantwortete er nicht direkt. Er gehe aber davon aus, dass sich mehrere Bewerber melden würden, und jeder von ihnen müsse auch ein "Unternehmenskonzept" vorlegen, das es zu prüfen gelte. In diesem Zusammenhang werde er "selbstverständlich" mit Wrabetz sprechen, aber auch die Vorstellungen anderer Bewerber genau prüfen. Nur dann "kann ich für mich die Entscheidung treffen", wer der Beste fürs Unternehmen sei, so der ÖVP-Chef. SPÖ-Mediensprecher Josef Cap wollte auf Zeilers Schelte auch nicht näher eingehen und stimmte ebenfalls ein Loblied auf Wrabetz an, der den ORF "in schwierigen Zeiten" auf erfolgreichem Kurs lenke. Ihn zu bestellen sei aber "Sache des Stiftungsrats", so Cap am Rande der Regierungssitzung. Und SPÖ-Geschäftsführerin Laura Rudas ist nach eigenem Bekunden dafür, dass sich die Parteizentralen "aus den Medien raushalten". Zeilers Interview wollte auch sie nicht kommentieren.
Quelle: APA
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