‚Falstaff‘ auf dem Weg nach (Fern-)Ost
 

‚Falstaff‘ auf dem Weg nach (Fern-)Ost

Falstaff
An der englischsprachigen Falstaff- Version wird schon gearbeitet.
An der englischsprachigen Falstaff- Version wird schon gearbeitet.

Warum Frankreich ad acta gelegt ist und wie man China erobern will.

Dieser Artikel ist zuerst in HORIZONT 19/2018 erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Beim Wein- und Gourmetmagazin Falstaff tut sich etwas: Nicht nur, dass seit Mai mit Ursula Macher eine neue Chefredakteurin und mit Wolfgang Lackinger (ehemals News) ein neuer Kreativdirektor an der Spitze stehen. Auch die Expansionspläne schreiten voran, wie Geschäftsführer Wolfgang Rosam auf HORIZONT-Nachfrage bestätigt: „Im deutschen Anzeigenmarkt etwa wachsen wir jährlich um zehn bis 15 Prozent. Der Anzeigenumsatz im deutschsprachigen Raum liegt pro Ausgabe bei 600.000 Euro. Das sind Zahlen, da werden sich manche Magazinmacher im Bart kraulen und fragen: Wie könnten wir das erreichen?“. Auch den E-Commerce- Bereich wolle man nun stärker forcieren. Die vergangenes Jahr angestrebte Ausdehnung auf Frankreich wurde inzwischen hingegen gekippt. „Es hat sich herausgestellt, dass der französische Markt extrem geschlossen ist und große Skepsis gegenüber einem ausländischen Gourmetmagazin herrscht“, begründet Rosam: „Wir wären schlechte Unternehmer, wenn wir dennoch an dem festhalten würden, was wir uns hier vorgenommen haben.“

Polen, Tschechien, Skandinavien

Stattdessen verlagert Falstaff sein Augenmerk nun in Richtung Tschechien und Polen. Besonders Tschechien sei ein prosperierender Markt, auch aufgrund der hohen Investitionen seitens österreichischer Unternehmen. Konsequent weiterverfolgt wird derzeit auch die Arbeit an einer englischsprachigen Falstaff-Version, mit der Rosam bald Skandinavien erobern möchte.

Der flächenmäßig größte zu erschließende Brocken bleibt nach wie vor China, wo Falstaff schon kommendes Jahr digital on air gehen will. „In den nächsten vier Jahren werden pro Jahr 300 Millionen Chinesen auf Reisen gehen, die Hälfte davon in Europa“, schätzt Rosam. Dieser Zielgruppe wolle man dann die richtige Orientierungsfläche bieten. Für Rosam und den Falstaff geht es also weiter in die Expansionsrichtung, wie er andeutet: „Wir wollen den Falstaff zu einer europäischen Onlinemarke machen“, und den Umsatz wolle man verdoppeln.

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