Falsche Teletest-Daten: Reaktion der GfK: 'Da...
 
Falsche Teletest-Daten

Reaktion der GfK: 'Das ist nicht mit dem Radiotest-Fehler 2016 vergleichbar'

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Falsche Reichweiten-Daten lieferte der Teletest seit 2015.
Falsche Reichweiten-Daten lieferte der Teletest seit 2015.

Ein Fehler bei GfK Austria lieferte jahrelang falsche Reichweiten-Daten der österreichischen Fernsehsender. Dieser sei bei "Aufräumarbeiten" entdeckt worden und "sehr schwer bis kaum" zu erkennen gewesen, erläutert ein Sprecher auf Anfrage. HORIZONT hat alle Details.

Seit 2015 wurden wie berichtet zu hohe TV-Reichweiten ausgewiesen, die Daten zu Marktanteilen seien aber "kaum betroffen": Das ist das Resultat eines Fehlers beim Marktforscher GfK Austria, der am Mittwoch dieser Woche publik wurde. Dahinter steckt laut Angaben der Verantwortlichen ein technsicher Fehler in einem Code, der die laut Aussagen richtig erhobenen Daten dann falsch weiter verarbeitete. "Seit dem unerfreulichen Radiotest-Vorfall in 2016, hat die GfK sukzessive Aufräumarbeiten durchgeführt und ihre Systeme grundlegend verbessert. In einer kürzlich eigens durchgeführten Überprüfung ist der Fehler in einem alten Code-Abschnitt aus 2015 entdeckt worden. Die Daten wurden alle richtig erhoben, dann aber auf Grund dieses historisch bedingten und bedauerlichen Fehlers im Programmier-Code falsch miteinander kombiniert", so ein GfK-Sprecher der Konzernzentrale in Nürnberg auf HORIZONT-Anfrage. "Der Fehler wurde aktuell von uns selbst entdeckt, sofort an die AGTT kommuniziert sowie auch bereits in Abstimmung mit der AGTT korrigiert. Wir arbeiten gemeinsam an der Richtigstellung", betont man dort.

Dieses Problem bestünde nur in bestimmten Haushalten und habe sich mit dem Einsatz neuer Geräte ab dem Jahr 2015 "sukzessive entwickelt". Heißt: Je mehr solcher Geräte mit defekter Codierung in Betrieb genommen wurden, desto gravierender wurde der Fehler. "Diverse interne Überprüfungen als auch ein externer Audit 2016 haben diesen Fehler leider nicht erkannt. Er ist sehr schwer bis kaum zu erkennen gewesen, weil der Fehler anfangs nur minimal mitgewachsen ist. Der fehlerhafte Code-Abschnitt bezieht sich rein auf Österreich und auf Grund der komplexen Erhebung nur auf die TV-Messung", heißt es von der GfK. Dort stellt man außerdem fest: "Kein Sender wurde unterschätzt, sondern alle wurden weitgehend gleich verteilt überschätzt."

Vermarkter schweigen und planen Treffen für nächste Woche

Für die Höhe an Werbegeldern, die ein Kunde bei einem Sender bucht, ist die Reichweite durchaus ausschlaggebend. Zuletzt wurde vor allem die Reichweite als Vermarktungsargument immer wieder betont. Die Marktanteile definieren (nebst weiteren Parametern) die Aufteilung dieser Gelder. Im konkreten Fall könnte das bedeuten: Ein Werbekunde hat eine Leistung auf Basis von Daten gebucht, die so nicht geboten wurden. Das betrifft den kompletten TV-Markt und nicht nur einzelne Sender. "Kein Sender wurde unterschätzt, sondern alle gleichermaßen überschätzt", so die GfK. Wie die großen TV-Vermarkter von ORF Enterprise, ProSiebenSat.1 Puls 4, IP Österreich, Goldbach und Servus TV mit dem potentiellen Schaden umgehen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Derzeit heißt es geschlossen "kein Kommentar"; laut HORIZONT-Informationen soll es aber Treffen mit Agenturen in der nächsten Woche und noch vor Weihnachten geben.

Für die Währungsstudie als auch die GfK Austria bleibt ein Imageschaden. Zudem war die GfK erst 2016 im Mittelpunkt der Kritik, als falsche Radiotest-Daten publiziert wurden - damals auf Grund von Glättungen von Daten, die von Mitarbeitern eigenhändig vorgenommen wurden. Das sei mit dem aktuellen Fall in keinster Weise zu vergleichen: "Klar zu betonen ist: Das ist nicht mit dem Radiotest-Fehler 2016 vergleichbar. Bei dem aktuellen Vorfall geht es um einen höchst bedauerlichen Fehler in einem alten Software-Code-Abschnitt", so der GfK-Sprecher. 
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