Ey-Mittelstandsbarometer : Österreichs Untern...
 
Ey-Mittelstandsbarometer

Österreichs Unternehmen wieder optimistisch gestimmt

EY/Christina Haeusler
Erich Lehner, Managing Partner Markets bei EY Österreich
Erich Lehner, Managing Partner Markets bei EY Österreich

Das zeigt die aktuelle Ey-Studie, für die über 600 Verantwortliche von mittelständischen, nicht kapitalmarktorientierten Unternehmen in Österreich befragt wurden.

Der Anteil der Unternehmen, die ihre aktuelle Geschäftslage als rundum positiv bewerten, ist gegenüber dem Vorjahr sprunghaft von 37 auf 62 Prozent gestiegen, während der Anteil derer, die sie als negativ bewerten, von 28 auf nur noch 9 Prozent zurückgegangen ist. Insgesamt schätzen damit mehr als neun von zehn (91 Prozent) Unternehmen ihre Geschäftslage derzeit als eher gut oder gut ein. Die Spanne reicht dabei von 78 Prozent in den Bereichen Transport und Energie bis hin zum Tourismus mit 43 Prozent. Auch die Geschäftsaussichten stellen sich für die Betriebe deutlich besser dar als vor 12 Monaten: Jeder:e dritte Befragte rechnet für das erste Halbjahr 2022 mit einer Verbesserung der eigenen wirtschaftlichen Situation, nur jeder:e Zehnte geht von einer Verschlechterung aus.

Weiters hat mehr als jeder dritte Betrieb in Österreich (38 Prozent) im Jahr 2021 infolge von Covid-19 Umsatzrückgänge verzeichnet, fast genau so viele (37 Prozent) sehen sich mit Problemen mit der Lieferkette konfrontiert. Fast jeder zweite Betrieb (47 Prozent) hat im zurückliegenden Jahr auf Kurzarbeit zurückgegriffen und jeweils rund jeder siebte Betrieb hat Steuerstundungen bzw. Fixkostenzuschüsse in Anspruch genommen. Besonders betroffen zeigt sich der Tourismussektor, wo neun von zehn Betrieben 2021 staatliche Unterstützungsangebote in Anspruch genommen haben.

"Obwohl der Optimismus zurück ist, bleibt die Situation in vielen Branchen sehr angespannt und kritisch: Der Tourismus ächzt weiterhin unter den COVID-19-Maßnahmen und der fehlenden Planbarkeit aufgrund von Lockdowns. Die Industrie leidet vor allem unter den schwankenden Rohstoffpreisen und Lieferengpässen, insbesondere bei Chips in Folge der Halbleiterkrise", kommentiert Erich Lehner, Managing Partner Markets und Verantwortlicher für den Mittelstand bei EY Österreich.

Der Anteil der Konjunkturoptimisten hat sich gegenüber Jänner 2021 von 20 auf 38 Prozent fast verdoppelt, während gleichzeitig der Anteil der Konjunkturpessimisten von 63 auf aktuell nur noch 19 Prozent zurückgegangen ist. Mit einer positiven Konjunkturentwicklung rechnete der Mittelstand hierzulande unterm Strich zuletzt zu Jahresbeginn 2019. Außerdem wollen die Unternehmen ihre Investitionen weiter steigern. Allerdings ist die Investitionsbereitschaft gegenüber Jahresbeginn 2021 spürbar gesunken und bleibt deutlich unter dem Niveau der Vorjahre zurück. Aktuell planen 21 Prozent zudem ihre Beschäftigung auszubauen – das sind mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr.

"Trotz der Pandemie, die auch 2022 das öffentliche Leben noch maßgeblich bestimmen dürfte, spricht einiges für einen spürbaren Konjunkturaufschwung, denn in vielen Bereichen besteht inzwischen ein enormer Nachholbedarf. Nun wird es allerdings darum gehen, dass dieser Bedarf auch gedeckt werden kann. Die aktuellen Lieferengpässe zeigen, dass dies eine echte Herausforderung ist. Nachdem sie im abgelaufenenen Jahr überdurchschnittlich viel Investitionen getätigt haben, werden die heimischen Unternehmen in den kommenden Monaten zurückhaltend agieren und den Fokus auf Stabilisierung und nachhaltige Weichenstellungen legen", führt Lehner weiter aus.

Gefahr Nummer eins für die Entwicklung des eigenen Unternehmens ist aus Sicht der Unternehmen der Fachkräftemangel: 61 Prozent der Befragten sehen in diesem ein großes Risiko für die Entwicklung des eigenen Unternehmens. Auf Rang zwei des Gefahrenrankings folgen Probleme mit der Lieferkette: Hierin erkennt aktuell immerhin gut jeder zweite Betrieb (51 Prozent) eine große Gefahr (Vorjahr: 18 Prozent).






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