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Eva Schütz und Richard Schmitt: 'Nicht um jeden Preis – Qualität hat Vorrang'

HORIZONT
Unternehmerin und Juristin Eva Schütz als künftige exxpress.at-Herausgeberin und ihr Chefredakteur Richard Schmitt.
Unternehmerin und Juristin Eva Schütz als künftige exxpress.at-Herausgeberin und ihr Chefredakteur Richard Schmitt.

So wird das neue Medium exxpress.at: Herausgeberin Eva Schütz und Chefredakteur Richard Schmitt über ihre Ansprüche, reißerische Methoden und Clickbaiting, politische Förderungen, ihre Sicht auf Parteimedien, die Nähe zur ÖVP und vergiftetes Klima in der Medienbranche. 

Beinahe unscheinbar im zweiten Stockwerk eines Hauses am Beginn der Wiener Mariahilferstraße residiert ein mit Spannung erwartetes neues Medienprojekt. Ein provisorisches Türschild weist auf exxpress.at hin - jenes Medium, mit dem Juristin Eva Schütz und Journalist Richard Schmitt in Bälde live gehen wollen; wenn alles klappt im März mit der Website, im April mit dem TV-Sender. Derweil wird dort noch eifrig geschraubt: Sowohl an der Einrichtung selbst, bei der die beiden Tür an Tür sitzenden Medienmanager auch selbst Hand anlegen, als auch am TV-Studio, das in wenigen Wochen aus einem derzeit noch kahlen weißen Raum hochgezogen werden soll. Mit HORIZONT sprechen Schütz und Schmitt über ihr Projekt.

HORIZONT: Es gibt in Österreich zahlreiche Medienplattformen als auch Nachrichtensender. Warum braucht es noch ein Medienprojekt?
Richard Schmitt: Didi Mateschitz hat einst auch niemand gefragt, warum er neben all den vorhandenen ein weiteres Getränk auf den Markt bringt. In der freien Marktwirtschaft wird ein gutes, neues Produkt immer angenommen werden – auch, da Österreichs Medienlandschaft an sich extrem ausgedünnt worden und die Positionierung in der bürgerlichen Mitte rar gesät ist.

Haben Sie sich, Frau Schütz, gedacht Sie gründen ein Medium und holen sich Richard Schmitt – oder wie haben Sie beide sich gefunden?
Eva Schütz: Das war ein glücklicher Zufall im Zuge eines Treffens unter Bekannten, bei dem wir schnell gemerkt haben, dass wir die gleiche Idee verfolgen. Jeder für sich hatte schon länger Ideen dahingehend, seit Anfang Dezember arbeiten wir daran gemeinsam.
Schmitt: Ich habe schon zwei Jahre den Gedanken im Kopf, dass man etwas Neues machen müsste – samt einer Entkoppelung vom alten, langsamen Print. Ich freue mich über die gemeinsame Herangehensweise, die es ermöglicht, ein neues Medium grundsolide aufzubauen. Wir kennen ja die ganzen Blog-Projekte am Markt mit relativ begrenzten Zukunftsaussichten. Das hier ist ein fundiertes und über drei Jahre ausfinanziertes Projekt.

Bringen Sie es doch mal auf den Punkt: Was wird denn exxpress.at sein?
Schmitt:
Wir bieten topaktuelle 24/7-Berichterstattung als digitales Newsportal mit Schwerpunkten am Wochenende wie Hintergrundstorys, Reportagen und Interviews. Parallel dazu bauen wir einen TV-Sender mit Newsschiene am Vormittag und Abend auf, der ab 20:15 Uhr auch History-Sendungen, Nachrichten-Reports aber auch ein Lifecoach-Format oder eine Kochshow bietet. Bei uns wird es auch keine Diskussionssendungen mit den immer gleichen Gästen geben, wie bei anderen Sendern. Wir bringen vom ernsten Hintergrund bis zur launigen Unterhaltung alles – all das auch originär produziert. Das Portal werden wir laut Plan im März launchen, den Sender im April.
Schütz: Neben dem Beschriebenen wollen wir zudem in der Coronazeit und der Wirtschaftkrise auch Positivbeispiele aus der Wirtschaft bringen, die dem Standort Österreich helfen. Wir müssen gemeinsam ein Klima schaffen, in dem einer Pleitewelle auch eine Gründerwelle gegenübersteht.
„Ich war politisch auch bei den Neos aktiv, habe in jüngeren Jahren die Grünen gewählt – insofern muss sich niemand Sorgen machen. “
Eva Schütz


Da stellt sich die Frage: Was glauben Sie denn besser zu können als die bereits bestehenden Angebote?
Schütz:
Wir werden digitale Möglichkeiten weitaus besser bespielen als das andere tun und Inhalte deutlich digitaler und mobil optimierter aufbereiten. Menschen nehmen sich beispielsweise in der Früh nach dem Aufstehen eineinhalb bis zwei Minuten Zeit, dieses Fenster gilt es zu bespielen und einen kompakten Überblick zu geben. Das sehe ich als Alleinstellungsmerkmal zu anderen.

Mitte-bürgerliche Angebote gibt es aber schon einige.
Schütz:
Wir heften uns das allerdings langfristig auf die Fahnen und sind nicht einmal links, einmal rechts, oder was auch immer. Es gilt eine Erwartbarkeit beim Leser zu schaffen und diese mit Nachrichten zu erfüllen, die im sozialen oder beruflichen Umfeld auch von wirklichem Interesse sind.

Wie boulevardesk darf es denn werden?
Schmitt:
Natürlich müssen wir auch gehobenen Boulevard bieten, sonst erreichen wir die Breite nie. Ich will mich nicht selbst loben, aber ich habe sieben Jahre lang heute.at aufgebaut, das eine ähnliche Stoßrichtung hatte und sich abheben wollte vom Boulevard einer Krone: Ohne Ausländerbashing und ohne in die ganz tiefe Kiste des täglichen Boulevards zu greifen. Mein Ziel ist es, diese inhaltliche Linie mit digitaler Geschwindigkeit und originären Inhalten zu verbinden. Viele Medienhäuser kopieren en Masse APA-Meldungen und sehen dadurch allesamt gleich aus. Da erschließt sich mir nicht, warum der Leser eines der Portale ansteuern soll. Solange man nicht ständig die Erwartungshaltung beim Leser erfüllt, ist man nicht interessant.

Von der Flughöhe sind also heute.at und krone.at die Benchmark? Das wirkt sehr ambitioniert.
Schütz:
Ja, allerdings im Zeitrahmen von drei bis fünf Jahren. Ich halte nicht viel davon das Projekt künstlich aufzublasen, weil man damit am Markt und am Leserinteresse vorbeiproduzieren würde.
Schmitt: So eine große Aufgabe dauert einige Jahre, wie man bei meinen vorherigen Projekten heute.at und krone.at ebenso gesehen hat. Natürlich könnten wir aufmerksamkeitshaschende Headlines produzieren und jeden Tag 150.000 Visits produzieren, das wäre aber ein sehr kurzfristiger Ansatz.

Es wird also kein Clickbaiting geben?
Schmitt:
Nein. Wir wollen ein gutes Produkt bieten, zu dem Menschen gerne kommen, weil sie guten Wirtschaftsbackground oder Hintergrund-Storys ebenso finden wie Unterhaltung.
„Ich habe schon oft versucht mit Florian Klenk einen Kaffee zu trinken, aber das funktioniert zwischen uns beiden einfach nicht. Ich habe das auch aufgegeben.“
Richard Schmitt


Hier sind wir beim Knackpunkt angekommen: So etwas braucht Ressourcen. Wie viele Menschen beschäftigen Sie denn?
Schmitt:
Das Team zählt inklusive mir neun Redakteure, dazu drei Kollegen im Social-Media-Team. Wenn die wirtschaftliche Situation es zulässt, wollen wir natürlich ausbauen; zum Start gilt es aber primär Früh- und Spätdienste zu besetzen und dabei auch noch Zeit für eigene Recherchen zu schaffen.

Das klingt sportlich.
Schütz:
Das gesamte Projekt ist sehr sportlich angelegt.

Das Projekt ist laut Ihren Aussagen auf drei Jahre ausfinanziert. Wo kommt die Finanzierung dafür her, ist das Ihr Privatvermögen?
Schütz:
Nicht nur, aber auch mein Privatvermögen. Dazu kommen einige Einzelinvestoren, aber auch die Liechtensteiner Libertatem Stiftung, die sich der Förderung von Meinungs- und Pressefreiheit verschrieben hat und 25,1 Prozent hält.

Also eine Art aufgesplittetes Mäzenatentum?
Schütz:
Es sind allesamt Menschen, denen Österreich und der Standort wichtig ist, und die das Projekt in einer Art Mäzenatentum sponsern – aber es ist nicht die Idee, das Medium nie wirtschaftlich betreiben zu wollen. Nach drei Jahren soll sich das Projekt tragen und nicht eine große Sparbüchse sein.

Das heißt während den gesicherten drei Jahren werden Geschäftsmodelle übergestülpt. Zielen Sie auf den Leser- oder den Werbemarkt ab?
Schmitt:
Klarerweise rein werbefinanziert, um auch notwendige Reichweite erzielen zu können.

Welche Rolle spielen politische Fördergelder für das Projekt?
Schmitt:
Nachdem es kein Gesetz gibt, das rein digitale Plattformen miteinbezieht, wird es für uns in dieser Hinsicht schwierig werden.
Schütz: Worüber wir nachdenken ist die Privat-TV-Förderung, wenn wir das Programm über die dafür notwendigen Arten distribuieren – soweit sind wir aber noch nicht, hierfür gibt es auch noch keine Anträge.

In letzter Zeit wurden viele Parteimedien oder parteinahe Medien geschaffen, etwa ZurSache, ZackZack oder Kontrast. Verorten Sie sich in diesem Feld?
Schmitt:
Überhaupt nicht, das wäre für ein journalistisches Medium auch die völlig falsche Grundkonzeption. Wir haben gesehen, was mit einer Arbeiterzeitung passiert oder wie schwach die Leserstärke des Volksblatt in OÖ ist. Parteizeitungen haben nie funktioniert, auch diese aktuell aufkeimenden Blogs tun das langfristig nicht. Wenn man drei Mal in der Woche eine gute Geschichte schreibt, die 150.000 Clicks bringt, bleiben das in der Gesamtbetrachtung einer Woche 150.000 Clicks. Diese Angebote schaffen inhaltlich nie langfristige Relevanz. Andererseits haben auch die Medienhäuser mit Printanhängsel – von der Mediaprint abwärts – die Transformation nie geschafft. Wir leben mit dem Web seit gut 20 Jahren und klassische Verleger reden auf Podien noch immer über das neue Internet. Hier sehe ich eine immense Chance für uns.
„Das beschreibt das Wesen von Blogs wie ZackZack ganz gut, die eben permanent skandalisieren und vor allem davon leben.“
Eva Schütz


ZackZack verweist auf eine Million Visits im Februar. Das ist keine unrespektable Zahl.
Schmitt:
Es kommt doch immer auf den Monat an. Wenn sie eine herbeigeschriebene Regierungskrise befeuern oder mit der aufgeheizten Stimmung Quote machen und so ihre Klientel bespielen, kann ich mir das schon vorstellen.

Sie wollen also kein Parteimedium sein. Auf Grund Ihrer Beteiligung, Frau Schütz, stellt sich aber schon eine Frage: Wie nahe an der ÖVP wird exxpress.at sein?
Schütz:
Ich war Jahrzehnte meines Lebens politisch nicht engagiert. Ich komme aus einer wirtschaftsfreundlichen, liberalen Ecke und teile daher viele Positionen der ÖVP, bin oft einer Meinung – ich stehe ihr aber auch immer wieder kritisch gegenüber. Ich war aber politisch auch bei den Neos aktiv, habe in jüngeren Jahren die Grünen gewählt – insofern muss sich niemand Sorgen machen. Bedenken, dass unser Medium parteipolitisch wird, sind nicht angebracht. Und dann gibt es ja immer noch einen Chefredakteur, der für permanentes Dagegenhalten bekannt ist.

Stichwort Dagegenhalten: Wie lautet denn Ihre Blattlinie?
Schmitt:
Wir sind mitte-bürgerlich. Bei uns werden alle alle im Rahmen des Verfassungsbogens erlaubten Meinungen auch vertreten sein – von Kolumnisten wie etwa Christian Ortner bis zu anderen, die inhaltlich nicht in seine Richtung schwingen. Wir werden unsere Werte vertreten. Hier gilt es klar zwischen gesunder politischen DNA und reiner Parteipolitik zu unterscheiden.

Sie, Herr Schmitt, bringen einen gewissen Ruf mit sich – samt gewissen Attributen, die Sie vielleicht gerne hören, manche, die sie vielleicht weniger gerne hören. Wieviel Richard Schmitt steckt denn im neuen Produkt?
Schmitt:
Wenn Sie darauf anspielen, dass ich zu allen Politikern stets fair bin: Das werde ich auch weiterhin sein. Wenn mir das noch immer vorgeworfen wird, habe ich kein Problem damit. Ich habe – von Maria Vassilakou über Christian Kern bis Heinz-Christian Strache und Sebastian Kurz – mit allen ein sehr gutes Gesprächsklima, erfahre so oft das ein oder andere mehr als andere. Und ja, natürlich wird viel von dem drinnen sein, was ich in 32 Jahren Journalismus lernen durfte: Ich bin extrem dankbar, dass ich bei einem Hans Dichand lernen durfte, aber auch bei meinem Vater, der als stellvertretender Chefredakteur bei der OÖ-Krone streng war. Auch aus der Erfahrung, wie man Reichweite erzielt und langfristig aufbaut, werde ich vieles einbringen.

Ich meinte eher andere Attribute von journalistischen Gratwanderungen bis reißerischen Methoden.
Schmitt:
Da wird sehr viel hineininterpretiert. Boulevard ist eben so, dass er Dinge aufgreift, die etwa ein Standard nicht aufgreifen würde. Dass sich dann eben der Standard darüber aufregt, wundert mich wenig. Und ich bin vor allem was Twitter anbelangt offensichtlich das große Monster. Ich habe schon oft versucht mit einem Florian Klenk einen Kaffee zu trinken, aber das funktioniert zwischen uns beiden einfach nicht. Ich habe das auch aufgegeben.
Schütz: Wir werden auch nicht davor zurückschrecken jene Themen aufzugreifen, die die Menschen wirklich beschäftigen. Ich halte es für eine Hybris zu sagen das schreiben wir nicht, weil es uns nicht intellektuell genug erscheint – oder weil man sich damit auf Twitter nicht profilieren kann. Wir bringen Themen, die Menschen emotionalisieren, interessieren und die ihnen wichtig sind.
„Medienhäuser mit Printanhängsel – von der Mediaprint abwärts – haben die Transformation nie geschafft.“
Richard Schmitt


Wie stark werden Sie sich inhaltlich einbringen, Frau Schütz?
Schütz:
Ich lege das durchaus als aktive Rolle an. Ich habe das Projekt ja auch initiiert, weil ich Themen ansprechen will, die für das Land wichtig sind. Und manche Problemstellungen oder Themen, so scheint es, darf man offensichtlich gar nicht mehr ansprechen.

Wie zum Beispiel?
Schütz:
Wir haben ein Gratiskindergarten-Jahr in Wien, trotzdem können 40 Prozent der Kinder in der Volksschule nicht ausreichend Deutsch. Das ist ein Problem, diese Kinder haben wenig Zukunftsperspektive. Dieses Problem zu negieren bringt niemandem etwas. Viele Themen benötigen gar keinen ideologischen Unterbau, sondern pragmatische Lösungsansätze.
Schmitt: Viel zu oft werden einem sofort Bashing-Vorwürfe entgegengebracht und dann das eigentlich Problem gar nicht mehr behandelt, sondern nur mehr die von vielen als unbotmäßig eingestufte Kritik daran.

Ist also zu schnell zu vieles gleich Bashing?
Schütz:
Viel zu oft werden schlicht keine sachlichen Diskussionen mehr geführt, sondern Personen attackiert, wenn sie eine Meinung äußern und diese auch vertreten. Alles was gesetzlich erlaubt ist, sollte auch geäußert werden – und die beste Meinung sich nach einem ordentlichen Diskurs durchsetzen. Aber die Diskussion gleich von Anfang an zu verhindern, indem man jemanden diffamiert, ist kein tragbarer Zustand. Das führt zu noch weniger Lösungen und oftmals sogar dazu, dass sich Dinge radikalisieren und in viel schlimmerem Ausmaß wiederkehren.
Schmitt: Ein gutes Beispiel ist die Kritik des Kanzlers an der WKStA. Über deren Verhalten kann man doch durchaus diskutieren und eine offene Debatte anstoßen, ob Abläufe in Ordnung sind. Gleich zu sagen diese Kritik sei eine Kritik an der Demokratie an sich, halte ich für falsch.

Reglementieren sich Medien hier selbst zu stark?
Schmitt:
Inhaltlich scheint vieles nicht mehr erlaubt oder erwünscht. Weiters orte ich eine sonderbare Entwicklung, in der sich Medien gegenseitig extrem scharf für ihre Berichterstattung kritisieren und dann auch noch vorwerfen, für eine Partei zu agieren. Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Alfred Worm oder Günther Nenning so etwas getan und sich auf so ein Niveau begeben hätten.

Warum ist das Klima Ihrer Meinung nach so vergiftet?
Schmitt:
Manche vergiften es bewusst, weil sie sonst keine andere Wahrnehmung hätten. Weit weniger Menschen würden über den Falter reden, wenn dessen Akteure nicht ständig über andere Journalisten herziehen würden.
Schütz: Das beschreibt ja auch das Wesen von Blogs wie ZackZack ganz gut, die eben permanent skandalisieren und vor allem davon leben: Je größer der Skandal, desto höher die Reichweite. Davon unterscheiden wir uns klar.

ZackZack hat in der Story „Das Umfeld der Großspender“ auch Sie als Person thematisiert, Frau Schütz, und dabei von Personen geschrieben, „denen die Großspenden naher Verwandter jedenfalls nicht geschadet haben“.
Schütz:
Das war ja harmlos und trifft mich nicht, weil es meine Existenz nicht betrifft. Ich will mich aber nicht in die Rolle eines Menschen versetzen müssen, dessen Tun nach solchen Vorwürfen massiv in Gefahr gerät. Da muss man schon vorsichtiger agieren.
Schmitt: Ich vermisse das Prinzip des „Leben und leben lassen“. Soll der Falter sein Ding machen, der Standard seines, und wir unseres. Ich würde im Leben aber keine Kolumne über deren Inhalte schreiben. Das Gift, das in der Medienlandschaft täglich versprüht wird, ist ungeheuerlich. Wir haben alle Familie, und auch ich habe das im Jahr 2019 erleben müssen, als meine Frau völlig fertig war oder meine Kinder von Klassenkollegen angesprochen wurden, was ihr Vater denn für ein Rechter sei.

Zum Ihrem Medienprojekt zurück: Was wäre in den nächsten drei Jahren ein Erfolg, wie sehen Ihre Meilensteine aus?
Schütz:
Es wäre toll in fünf Jahren unter den fünf meistgelesenen Onlinemedien vertreten zu sein und wirtschaftlich zumindest eine schwarze Null darunter stehen zu haben. Natürlich wollen und werden wir entsprechende Ad Impressions für die Werbebranche bieten, aber nicht um jeden Preis – Qualität hat Vorrang.
Schmitt: Das wird kein Selbstverwirklichungstrip einer Redaktion, sondern ein wirtschaftlich angelegtes Projekt. Vorhersagen mit gewissen Benchmarks in Zahlen, etwa Unique Clients, halte ich für schwierig.

Bei Ihrem vorherigen Schaffen, Herr Schmitt, der Mediengruppe Österreich, hat der Eigentümer sehr prominent on Air vertreten den TV-Sender gepusht und aufgebaut. Wie stark werden Sie beide im Bild sein?
Schütz:
Ich überlege offen gestanden noch. Richard meint immer wieder, dass das eine sehr gute Idee wäre.
Schmitt: Die Format-Idee als Wirtschaftstalk mit menschlichem Schwerpunkt ist bereits fix, dafür ist Eva bestens geeignet. Für die Morgen- und Abendschiene werde ich natürlich am Schirm agieren, Reportagen produzieren und so weiter – anders geht das mit dem Personalstand in der Konstellation auch gar nicht.
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