Europaspiele: ROG fordert Journalisten-Freila...
 

Europaspiele: ROG fordert Journalisten-Freilassung

Offener Brief an die Sponsoren

Reporter ohne Grenzen (ROG) hat die Sponsoren der Europaspiele (12. bis 29. Juni) in Aserbaidschans Hauptstadt Baku in einem offenen Brief aufgefordert, sich für die Einhaltung der Menschenrechte und die Freilassung von derzeit zwölf inhaftierten Journalisten und Blogger "wegen frei erfundener Verbrechen" in dem vorderasiatischen Staat am Kaspischen Meer einzusetzen.

Die Ex-Sowjetrepublik "ist gezeichnet von Menschenrechtsverletzungen und Repressionen gegenüber kritischen Journalisten", hieß es in der Mitteilung vom Mittwoch. "Wussten Sie, dass unabhängiger Journalismus in Aserbaidschan eine Hochrisiko-Sportart ist?", steht etwa in dem Brief an internationale Firmen. "Mit dem Ereignis will sich Aserbaidschan als modern und weltoffen präsentieren. Ausgetragen werden die Spiele jedoch in einem repressiven Umfeld", so Rubina Möhring, Präsidentin von ROG Österreich.

Während der vergangenen Monate sei die Regierung unter Präsident Ilham Aliyev (Alijew) "unerbittlich" gegen Kritiker vorgegangen: Das Büro von Radio Free Europe/Radio Liberty wurde Ende 2014 geschlossen, die meisten unabhängigen Journalisten und Blogger seien inhaftiert oder aus dem Land geflohen.

Sogar die anreisenden, ausländischen Medienvertreter wolle die Regierung rund um die Europaspiele kontrollieren: Sie habe bereits angekündigt, dass ihnen bei allzu kritischer Berichterstattung der Entzug ihrer Akkreditierung drohe.

"Erfahrungen mit Olympischen Spielen in autoritären Staaten wie China oder Russland zeigen: Die sportlichen Großereignisse führen so gut wie nie zu einer Verbesserung der Menschenrechtssituation oder der Lage der Medien", so ROG.
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