Eurobarometer: TV ist in der EU die Hauptnach...
 
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 Eurobarometer-Umfrage: Am meisten Vertrauen in öffentlich-rechtliche Sender. Print- und Radio als Informationsquelle in Österreich über dem EU-Schnitt.

Für 75 Prozent der EU-Bevölkerung ist das Fernsehen die primäre Nachrichtenquelle, vor allem für über 55-Jährige. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage, im Auftrag des europäischen Parlaments für die 52.347 Interviews mithilfe computergestützter Internetbefragungen (CAWI) durchgeführt wurden. Auch in Österreich liegt TV mit 68 Prozent vorne. Nach Fernsehen folgen in bei der Bevölkerung der EU-27-Staaten Online-Nachrichten (43 Prozent), Radio (39) sowie soziale Medien und Blogs (26). Print kommt nur an fünfter Stelle (21), in Österreich jedoch mit 34 Prozent auf den vierten Platz. Auch Radio hören die Österreicher etwas mehr als der EU-Schnitt.
Beim Vertrauen in die Medien führen EU-weit die öffentlich-rechtlichen Sender. Fast die Hälfte der Befragten geht offenbar davon aus, dass öffentlich-rechtliche Fernseh- und Radiosender wahrheitsgetreu berichten. In Österreich liegt dieser Wert sogar bei 56 Prozent. Auf den zweiten Platz kommen mit 39 Prozent die Printmedien.
Private Sender gelten nur in Polen als vertrauenswürdigste Quelle, allgemein halten nur 27 Prozent sie für vertrauenswürdig. In Ungarn ist die Abkehr von klassischen Nachrichtenquellen besonders radikal: Dort gaben die Befragten an, dass sie Personen und Gruppen in sozialen Netzwerken am meisten vertrauen.

Mehrheit konsumiert Nachrichten kostenlos

Für Nachrichten im Internet zu bezahlen, ist noch immer die Ausnahme: 70 Prozent jener, die online auf Nachrichten zugreifen, gaben an, nur kostenlose Inhalte oder Dienste im Internet zu nutzen.

Mehr als ein Viertel der teilnehmenden Personen sagte zudem, in den letzten sieben Tagen oft Desinformationen oder Falschmeldungen ausgesetzt gewesen zu sein, in Bulgarien sogar 55 Prozent. Die meisten Befragten trauen sich aber zu, Desinformation und Falschmeldungen erkennen zu können. Das Vertrauen, wahrheitsgetreue Nachrichten von Falschmeldungen unterscheiden zu können, nimmt mit zunehmendem Alter ab. Es nimmt jedoch zu, je höher das Bildungsniveau ist.
Die EU wird laut der Umfrage in Frankreich medial am wenigsten wahrgenommen, nämlich von 57 Prozent. Der Höchstwert liegt mit 90 Prozent in Rumänien.
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