EU-Urheberschutz soll nun zu Ungunsten der Ve...
 

EU-Urheberschutz soll nun zu Ungunsten der Verbraucher abgeändert werden

Musik- und Filmindustrie erhöht Druck auf EU-Parlament. Verbraucherverbände sprechen von drohendem "Monopol für Rechtehalter in der Online-Welt".

Eigentlich ist die neue EU-Richtlinie zum Urheberschutz schon im September 2000 nach harten Lobbyistengefechten unter Dach und Fach gewesen. Doch kurz vor der zweiten und damit entscheidenden Lesung der Richtlinie im EU-Parlament wünschen Mitglieder des Ausschusses für Recht und Binnenmarkt knapp 200 Anfügungen.

"Wenn die Wünsche einiger Abgeordneter des Parlaments Gesetz werden, wird Rechtehaltern ein exklusives Monopol in der Online-Welt zugesprochen", fürchtet etwa Teresa Hackett, Sprecherin der European Fair Preactices in Copyright Campaign, ein Zusammenschluss von zahlreichen europäischen Verbraucherverbänden. Besonders auf Bibiliotheken und deren Besucher sieht Hackett enorme Kosten zukommen, da diese für dasselbe Material in Zukunft mehrfach bezahlen müssten.

Die Möglichkeit der Verbraucher, sich private Vervielfältigungen von Copyright-geschützen Materialien anzufertigen, sollen beschnitten werden. Würde das Parlament den schriftlich formulierten Anfügungen zustimmen, würde das europäische Gesetz strenger, als internationale Verträge es vorschreiben. (rs)

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