Es wird eng: "Stadl" vor dem Aus
 

Es wird eng: "Stadl" vor dem Aus

ORF/Milenko Badzic
Alexander Mazza und Francine Jordi moderieren die neue "Stadlshow".
Alexander Mazza und Francine Jordi moderieren die neue "Stadlshow".

"Bild" berichtet schon von dem vermeintlich beschlossenen Ende der "Stadlshow". ORF und BR wollen davon nichts wissen, doch die Zukunft ist ungewiss

526.000 Zuschauer und 22 Prozent Marktanteil erreichte die "Stadlshow" bei ihrer Premiere im ORF. Das sind relativ gute Werte - und dennoch droht der Sendung inzwischen das Aus. Prinzipiell ist das nichts Neues, auch der alte "Musikantenstadl" wurde immer von Gerüchten rund um eine mögliche Absetzung begleitet. Doch jetzt ist die Gefahr eines Aus' sehr real. Denn so gut die Quoten in Österreich auch waren, so schlecht waren sie in Deutschland. Das Erste verzeichnete nur 2,46 Millionen Zuschauer und weniger als zehn Prozent Marktanteil - so wenig wie noch nie in der Geschichte des "Stadls". 

Aber es hagelte nach der Neuauflage auch inhaltliche Kritik: So gab es fast durchgängig Tonprobleme, die einstudierten Performances von Künstler und Moderatoren wussten nicht immer zu überzeugen und die Hallen-Atmosphäre wirkte kühl. ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner sagte nach der Premiere, dass die Auftaktshow "noch nicht 100-prozentig gelungen" sei. 

Gleichzeitig war immer zu hören, dass für 2016 insgesamt drei weitere Ausgaben der "Stadlshow" geplant seien. Danach werde man schauen, wie sich die Sendung entwickelt habe. Ob es soweit aber tatsächlich noch kommen wird, erscheint derzeit fraglich. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hätten sich die Verantwortlichen von ORF, ARD und SRF bereits dazu entschlossen, das Format nach der Silvesterausgabe einzustellen. Demnach endete am 31. Oktober die Option des ORF, die Verträge mit den Moderatoren Alexander Mazza und Francine Jordi zu verlängern. Ein weiteres Indiz für ein vorzeitiges Aus: Es seien für 2016 noch keine Hallen gebucht worden.

Entscheidung nach der Silvester-Ausgabe



Bei den verantwortlichen Sendern will man von einer bereits gefällten Entscheidung aber nichts wissen. "Die Behauptung, dass intern schon eine Entscheidung gefallen ist, entspricht nicht den Tatsachen", heißt es vom ORF. Allerdings solle über die Zukunft des Formats nach dem "Silvesterstadl", der übrigens aus Linz kommt, diskutiert werden, das bestätigt auch der BR, der beim "Stadl" der federführende ARD-Sender ist. "Im Umfeld großer Entscheidungen wird immer in viele Richtungen spekuliert. Die Partnersender haben beschlossen, nach der Silvesterausgabe nochmals zu beraten und dann über die Zukunft der 'Stadlshow' zu entscheiden", sagte ein BR-Sprecher am Mittwoch gegenüber dem deutschen Medienmagazin DWDL.de.

Mit Borg lief es besser



Laut "Bild" soll der ORF versucht haben, den geschassten Moderator Andy Borg wieder zurück ins "Stadl"-Boot zu holen. Der Sender sei aber am Widerstand von ARD und SRF gescheitert und habe die Pläne verworfen. Wahrheitsgehalt unklar. Andy Borg dürfte die aktuelle Entwicklung rund um die "Stadlshow" aber jedenfalls interessiert verfolgen. Er musste 2014 gehen, weil die Sender die Show verjüngen wollten - ohne ihn. Mehrfach kritisierte er die zwanghaften Verjüngungsversuche - der "Musikantenstadl" wurde in Deutschland früher immerhin von drei bis fünf Millionen Menschen gesehen. Ob es da überhaupt eine Veränderung brauchte - daran scheiden sich die Geister.
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