„Es gibt keine Objektivität“
 

„Es gibt keine Objektivität“

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Gerald Grassl (Tarantel) und Lutz Holzinger kritisieren den Einheitsbrei der Massenmedien. Credits: (c) FFF
Gerald Grassl (Tarantel) und Lutz Holzinger kritisieren den Einheitsbrei der Massenmedien. Credits: (c) FFF

Die Österreichische Kleinzeitschriftenszene kritisiert den Einheitsbrei der Leitmedien.

Die beiden Gäste auf dem Podium beginnen den zweiten Tag der Medienmesse pünktlich um neun Uhr mit ihrem Vortrag über die „blindmachenden Massenmedien“. Die Chefredakteure von zwei Kleinzeitschriften, Gerald Grassl (Tarantel) und Dr. Lutz Holzinger (Uhudla), beziehen das Rednerpult um die Situation der kleinen Blätter aufzuzeigen, die „scheinbar unter Ausschluss der großen Öffentlichkeit stattfindet“, wie Grassl die Lage der Zeitungen wie Uhudla, guernica, Augustin, 101 oder Tarantel kritisiert. Seiner Meinung nach sind die Tages- und Wochenzeitungen sind alle „fest in der Hand der Politik“, sie würden nur alle die selben Agenturmeldungen schreiben, und deswegen seien sie blind für die „echten Themen“ wie Mietrecht oder Arbeitssituationen. Aber „andere Medien, andere Themen“, wie Holzinger betont, und spricht von einem „schwarzen Geflecht der Medien“. Der Chefredakteur des Uhudla spricht dem gesamten Journalismus seine Objektivität ab, die gibt es seiner Meinung nach nicht, aber die „ehrlichsten Medien sind die, die zu ihrer Subjektivität gegenüber speziellen Themen stehen.“ Die gut ausgebildeten Journalisten sterben seiner Ansicht nach aus, dadurch werden „Politiker immer weniger gefordert, ihre Entscheidungen hinreichend zu argumentieren“, so Holzinger weiter. Die Sorgen und Probleme der kleineren Medien beschreibt Grassl mit zu fehlenden Förderungen, Holzinger warnt vor der zunehmenden Selbstausbeutung, die die Entstehung und den Vertrieb dieser Medien erst möglich macht.
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