Eröffnung der 8. Österreichischen Medientage
 

Eröffnung der 8. Österreichischen Medientage

Mit einem Referat von Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel wurden heute die 8. Österreichischen Medientage in Wien eröffnet.

Dr. Christian Rainer, Profil-Herausgeber, formulierte in seiner Eröffnungsrede zu den Österreichischen Medientagen, drei Appelle an Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel, wo es einer medienpolitischen Nachjustierung bedürfe. Nämlich beim "defacto Werbeverbot für Printmedien im ORF", zudem das neue ORF-Gesetz geführt habe, beim UWG, "das in seiner derzeitigen Form wirklich niemand brauche", und letztendlich bei der künftigen Presseförderung. "Ich habe ein wenig Angst, wenn ich höre, was mit der Presseförderung passieren soll", meint Rainer.



Veranstalter und Hans-Jörgen Manstein, Aufsichtsratsvorsitzender des Manstein Verlages, ging in seiner Eröffnungsrede von der üblichen Gewohnheit ab, die medienpolitischen Versäumnisse der jeweiligen Bundesregierung zu kritisieren, sondern strich das Positive wie die Vereinheitlichung des "europäischen Unikums" der Werbesteuer sowie die Schaffung "gesetzlicher Rahmenbedingungen für terrestrisches Privatfernsehen" und die hergestellte "Rechtssicherheit beim Privatradio" heraus. Das sei es aber auch schon, meint Manstein, denn zu "keiner Zeit dieser Republik herrschte bei den Medien derartige Unsicherheit und Pression" wie jetzt. Beispielsweise bringe der "Nochmonopolist Post" mit seinen Versandtarifen "eine ganze Branche an den Rand der Existenz", doch die Regierung schaue "bei gleichzeitiger Abhaltung von Sonntagsreden zum Medienpluralismus" diesem Existenzkampf der Medien "tatenlos" zu. Die Politik gefährde mit jenen Rahmenbedingungen, die sie schaffe, die Medienvielfalt in Österreich.



Bundeskanzler Schüssel strich in seiner Antwort und Eröffnungsrede der 8. Österreichischen Medientage vorerst die Rolle der Medien und die Medienmoral angesichts der Terroranschläge des 11. September heraus. Erst gegen Ende seiner Rede streifte Schüssel auch noch die angesprochenen medienpolitischen Themen und meint, dass zur Presseförderung ein Modell entwickelt werde, das einen "gewissen Ausgleich" zwischen auflagenstarken und –schwachen Medien sein und so für die Medienvielfalt im Land sorgen soll. Die künftige Konstruktion der ORF-Führungsstruktur, vom Generaldirektor über den Wahlmodus bis zum Publikums- und Stiftungsrat, sei in jedem Fall besser als das bisherige Modell, betont Schüssel. Terrestrisches Privatfernsehen in Österreich werde sich "langfristig rechnen", ist Schüssel überzeugt.

(as)



Die Horizont-Bildergalerie zu den Österreichischen Medientagen finden Sie auf www.onlinephoto.at, fotografiert von Peter Svec.

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