Ermittlungen: Trump-Regierung ließ 'New York ...
 
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Trump-Regierung ließ 'New York Times'-Reporter bespitzeln

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Betroffene Reporter berichteten über vertrauliche Informationen aus einer FBI-Ermittlungen.

Die US-Regierung hat vier Reporter der Zeitung New York Times ausspioniert. Darüber informierte das amerikanischen Justizministerium die Zeitung am Mittwoch. Demnach haben sich die Behörden in der Amtszeit von Donald Trump heimlich Zugang zu Telefondaten aus vier Monaten der Journalisten beschafft, um herauszufinden, woher die Journalisten ihre vertraulichen Informationen erhielten. Das Ministerium habe zudem eine gerichtliche Anordnung erwirkt, um an die E-Mail-Daten, jedoch E-Mail-Inhalte, zu kommen, schrieb die New York Times.

Welcher Bericht die Untersuchung ausgelöst hat, verriet das US-Justizministerium nicht. Die vier Reporter, Matt Apuzzo, Adam Goldman, Eric Lichtblau and Michael S. Schmid, schrieben jedoch im fraglichen Zeitraum darüber, wie der damalige FBI-Direktor James Comey mit politisch heiklen Untersuchungen im Vorfeld der US-Präsidentchaftswahl 2016 umging - allen voran Ermittlungen zu E-Mail-Servern von Hillary Clinton. Der Artikel enthielt vertrauliche Informationen.

Auch 'Washington Post'-Reporter überwacht

"Das Beschlagnahmen von Telefonaufzeichnungen von Journalisten untergräbt die Pressefreiheit", so New York Times-Chefredakteur Dean Baquet in einer Erklärung. Das könne Informanten zum Schweigen brignen "von denen wir abhängig sind, um die Öffentlichkeit über das, was die Regierung tut, zu informieren."
Schon im Mai ist bekannt geworden, dass sich die Regierung Trump auch heimlich Telefondaten von drei Reportern der Washington Post beschafft hat. Die Journalisten der renommierten Zeitung hatten in den ersten Monaten der Trump-Regierung über Russlands Rolle im Wahlkampf 2016 berichtet.
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