Erdogan legt sich mit ausländischen Medien an
 

Erdogan legt sich mit ausländischen Medien an

UPDATE: Deutsche Journalisten protestierten gegen Erdogans Medienschelte - Ministerpräsident sprach von Desinformation

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat internationalen Medien vorgeworfen, sie berichteten falsch über sein Land. In einer Rede vor Hunderttausenden von Anhängern seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP behauptete er am Sonntag in Istanbul, die britische BBC, der US-Nachrichtensender CNN und die Nachrichtenagentur Reuters betrieben Desinformation. In den vergangenen Tagen hatten bereits einige Tageszeitungen aus dem religiösen Spektrum Stimmung gegen ausländische Medien gemacht. Mehrere türkische Medien waren von der Gezi-Park-Protestbewegung kritisiert worden, weil sie kaum über das gewaltsame Vorgehen der Polizei gegen demonstrierende Regierungsgegner berichtet hatten.

UPDATE: Deutsche Journalisten protestierten gegen Erdogans Medienschelte

Die Kritik des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan an internationalen Medien stößt beim Deutschen Journalisten-Verband (DJV) auf Protest. Gleichzeitig rief die Gewerkschaft am Montag die Auslandskorrespondenten in der Türkei zu erhöhter Wachsamkeit auf.

Erdogan habe indirekt die Schuld für die Proteste in mehreren türkischen Städten den Medien in die Schuhe geschoben. Dies habe mit der Wirklichkeit nichts zu tun. "Es ist die Aufgabe der Medien, kritisch und unabhängig über die Lage in der Türkei zu berichten", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken am Montag in Berlin. Erdogan habe damit ein gestörtes Verhältnis zur Pressefreiheit gezeigt.

(APA/dpa)
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