Enttäuschende Zahlen: Netflix verfehlt Quarta...
 

Enttäuschende Zahlen: Netflix verfehlt Quartalsprognosen

Alexander Heinl
ARCHIV - ILLUSTRATION - Das Logo der Videostreaming-Firma Netflix ist am 17.12.2016 in Berlin auf einem Laptop-Bildschirm zu sehen. (zu dpa ÇAttacke auf Netflix: Die Milliarden-Schlacht um die Streaming-KroneÈ vom 16.10.2017) Foto: Alexander Heinl/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - ILLUSTRATION - Das Logo der Videostreaming-Firma Netflix ist am 17.12.2016 in Berlin auf einem Laptop-Bildschirm zu sehen. (zu dpa ÇAttacke auf Netflix: Die Milliarden-Schlacht um die Streaming-KroneÈ vom 16.10.2017) Foto: Alexander Heinl/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Das zweite Quartal bringt für Netflix mehr Nutzer, mehr Gewinn und mehr Umsatz. Den Anlegern ist das aber nicht genug. Weil die prognostizierten Zahlen nicht erreicht wurden, fiel die Aktie nachbörslich um mehr als 14 Prozent.

"Wir hatten ein starkes, aber kein exzellentes Quartal", meldete der Videostreamingdienst Netflix in seinem Quartalsbericht am vergangenen Montag nach Börsenschluss. Insgesamt 4,47 Millionen neue Nutzer verzeichnet das Unternehmen und konnte die Zahl an Mitgliedschaften demnach bis Ende Juni auf gut 130 Millionen steigern.

Für Investoren waren die Zahlen aber nicht gut genug - Obwohl der Gewinn gegenüber dem Vorjahr von 65,6 Millionen auf 384,3 Millionen Dollar (328 Millionen Euro) wuchs, fiel die Netflix-Aktie nachbörslich um mehr als 14 Prozent. Die Enttäuschung an der Börse lässt sich vor allem durch verfehlte Prognosen erklären. Analysten hatten für das zweite Quartal nämlich mit einem größeren Zuwachs an Abonnements (4,97 Millionen statt der tatsächlichen 4,47 Millionen neuen Nutzer) gerechnet. Vor allem in den USA konnten die Ziele nicht erreicht werden: Statt 1,2 Millionen, kamen von April bis Juni nach Unternehmensangaben nur 670.000 neue Nutzer hinzu.

Der Höhenflug von Netflix scheint nun erstmals unterbrochen. Es ist das erste Mal seit fünf Quartalen, dass der Streaming-Riese die Prognose für den Neukundenzuwachs verfehlt. Naturgemäß fällt daher auch der Ausblick auf das nächste Quartal bescheidener aus: Statt ursprünglich sechs Millionen neuer Abonnenten, rechnet man aktuell mit "nur" fünf Millionen. 

Netflix selbst nennt als Hauptargument für die nicht erreichten Zahlen in seiner Aussendung die stärkere Konkurrenz durch Amazon oder Apple, aber auch durch die Unternehmen HBO und Disney, die sich nun ebenfalls mit Streamingangeboten am Markt positionieren wollen. Auch international erwarte man sich mehr Wettbewerb, etwa durch Marktteilnehmer wie Deutschlands ProSieben oder Salto in Frankreich. Die ProSiebenSat.1 Media SE hatte erst vor kurzem angekündigt, zusammen mit Discovery einen neuen SVoD-Dienst in Deutschland starten zu wollen. 

Netflix versucht unterdessen die Konkurrenz mit immensen Investitionen weiterhin auf Abstand halten und hat angekündigt, heuer bis zu acht Milliarden Dollar in neue TV-Produktionen zu stecken. Mit diesen überzeugte Streaming-Marktführer zuletzt bei den Nominierungen für die diesjährigen Emmys: Erstmals konnte man HBO in puncto Nominierungen überholen und brachte es auf 112 Nennungen. 

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