Entsetzen nach Ermordung von Journalistin in ...
 

Entsetzen nach Ermordung von Journalistin in Malta

MATTHEW MIRABELLI
Thousands of people gather for a candlelight vigil in Sliema, on October 16, 2017, in tribute to late journalist Daphne Caruana Galizia who was killed by a car bomb close to her home in Bidnija, Malta..Daphne Caruana Galizia, a prominent Maltese journalist and blogger who made repeated and detailed corruption allegations against Prime Minister's inner circle, was killed by a car bomb on October 16, 2017. / AFP PHOTO / Matthew Mirabelli / Malta OUT
Thousands of people gather for a candlelight vigil in Sliema, on October 16, 2017, in tribute to late journalist Daphne Caruana Galizia who was killed by a car bomb close to her home in Bidnija, Malta..Daphne Caruana Galizia, a prominent Maltese journalist and blogger who made repeated and detailed corruption allegations against Prime Minister's inner circle, was killed by a car bomb on October 16, 2017. / AFP PHOTO / Matthew Mirabelli / Malta OUT

Nach dem Tod einer Journalistin durch eine Autobombe in Malta vermutet ihre Familie das Motiv für den Anschlag in ihren Recherchen gegen Korruption in dem EU-Land.

"Meine Mutter wurde ermordet, weil sie zwischen dem Rechtsstaat und jenen stand, die ihn verletzen wollen", schrieb der Sohn von Daphne Caruana Galizia auf Facebook. Die 53-Jährige starb am Montag durch eine Bombe in ihrem Wagen, kurz nachdem sie ihr Haus im Norden der Insel verlassen hatte. Sie war die bekannteste Investigativ-Journalistin Maltas und prangerte in ihren Artikeln wiederholt Korruption auf der Mittelmeerinsel an.

Die EU-Kommission äußerte sich entsetzt über die Tat. Auch der maltesische Ministerpräsident Joseph Muscat, der von Caruana Galizia ebenso kritisiert worden war wie Oppositionspolitiker, zeigte sich betroffen: "Jeder weiß, dass Caruana Galizia eine scharfe Kritikerin von mir gewesen ist, sowohl politisch als auch persönlich, aber niemand kann diesen barbarischen Akt auf irgendeine Art rechtfertigen", sagte Muscat, dessen Land bis Ende Juni die EU-Ratspräsidentschaft ausgeübt hat.

Die maltesischen Behörden haben Hilfe von niederländischen Gerichtsmedizinern und Beamte der US-Bundespolizei FBI angefordert, die am Dienstag auf der Mittelmeerinsel eintreffen sollten. "Überall, wo du jetzt hinschaust, sind Gauner", schrieb die Journalistin in ihrem Blog eine halbe Stunde vor der Explosion der Autobombe. "Die Lage ist hoffnungslos."
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