Entlastung für Werbende?
 

Entlastung für Werbende?

Investitions-Zuwachs-Freibetrag vulgo Werbeausgabenzuwachsprämie fordert die Fachgruppe Wien. BESTSELLER-Studie erhebt - weniger als die Hälfte der Werbungtreibenden sieht das - noch? erst? - als geeignete Maßnahme zur Stabilisierung der Werbekonjunktur.

Gute Ideen haben oft mehrere Väter. So auch eine gute Idee, die freilich erst ausformuliert werden muss: Was in nachstehend vollständig zitierter Aussendung von Fachgruppe Wien-Vorsteher Karl Javurek, moniert sein Stellvertreter Michael Himmer, als nunmehr Werbeausgabenzuwachsprämie bezeichnet und vorgestellt werde, sei zwar im Vorstand mit den Javurek-Stellvertretern Himmer (Wirtschaftsbund) und Peter Drössler (Grüne Wirtschaft) besprochen und am 30. Juni als Projekt zur Ausarbeitung beschlossen worden, nicht aber in dieser Form zur Veröffentlichung.



Himmer erhebt Anspruch auf die Idee zum Investitions-Zuwachs-Freibetrag, die er im Rahmen der Präsentation des Werbebarometer von Focus Media Research am 23. Juni vorgestellt hatte.



Fachverband Vorsteher Javurek (Wirtschaftsverband) hatte im Namen seiner Fraktion im HORIZONT-Gespräch zum Himmer-Vorschlag angemerkt, dass die Idee für eine – nunmehr genannte – Werbeausgabenzuwachsprämie schon vor Jahren von seiner Fraktion ventiliert worden wäre.



Nun, wesentlich erscheint, dass „die Wiener“ wenigstens einen Vorschlag machen, der realisierbar erscheint. Warum das Geplänkel um die Urheberschaft eine gewisse Bedeutung hat? Ende Februar/Anfang März sind Kammerwahlen, und da müssen sich die Fraktionsvorsitzenden in Position bringen. Soviel als erste Vorbemerkung.



Eine zweite betrifft die Grundidee selbst: Das Marketing Magazin BESTSELLER wird in Ausgabe 9/2009 am 30. September eine Studie veröffentlichen, die ein wenig Aufschluß über die Sicht der Marktteilnehmer auf Entlastungs- beziehungsweise Förderungvorschläge gibt. Im Rahmen der Studie zur „Beurteilung der Kunden- und Serviceorientierung der Vermarkter von TV-Sendern, Radio und Online“, die Triconsult exklusiv für BESTSELLER erstellte, wurde auch gefragt, welche Maßnahmen zur Stabilisierung der Werbekonjunktur für geeignet erscheinen (Das Sample sind 300 Entscheidungsträger aus werbungtreibenden Unternehmen und Mediaagenturen).



Gestützt antworten da allemal 21 Prozent, der Investitions-Zuwachs-Freibetrag vulgo Werbeausgabenzuwachsprämie wäre „sehr zielführend“ und 24 Prozent „eher zielführend“ –was jedoch eine deutlich weniger hohe Einschätzung der Wirksamkeit der Maßnahme darstellt als die ebenso abgefragten Maßnahmen „Abschaffung der Werbeabgabe“ und „Größtmögliche Liberalisierung der Werbemöglichkeiten“, die deutlich höhere zustimmung erhalten.



Ungestützt kommen allemal 19 Vorschläge für Maßnahmen zur Stabilisierung der Werbekonjunktur zusammen – der „Investitions-Zuwachs-Freibetrag“ rangiert mit 2 Prozent Nennung ganz unten in der Vorschlagsliste. Soweit ein Auszug aus der kommenden BESTSELLER-Studie vorab.



Heisst wohl nichts anderes: Mehr Information über einen Vorschlag zur Belebung der Werbekonjunktur, damit nicht nur Steuerfachleute das sperrige Wort dechiffrieren können.



Also, nachstehend die aktuelle Fachgruppe-Wien Aussendung:



„Fachgruppe Werbung Wien fordert Zuwachsprämie für Werbeausgaben.



Obmann KR Karl Javurek: „Diese Maßnahme würde nicht nur den Werbetreibenden sondern letztendlich der gesamten Wirtschaft zugute kommen.“



Die Fachgruppe Werbung Wien lässt mit der Forderung nach einer sogenannten Werbeausgabenzuwachsprämie aufhorchen. Die Einführung dieser Prämie würde einen dynamischen Anreiz für werbetreibende Unternehmen schaffen, ihre Werbeausgaben zu erhöhen und somit eine Ankurblung der gesamten heimischen Wirtschaft bewirken. Konkret sieht die Maßnahme vor, eine Prämie in Höhe von 10 Prozent für den Zuwachs an Werbeausgaben einzuführen.



Als Vergleichsbasis für die Zuwachsprämie sollen die Ausgaben des Veranschlagungsjahres im Vergleich zu den drei vorangegangenen Wirtschaftsjahren herangezogen werden. Die Werbeausgabenzuwachsprämie könnte noch 2009 eingeführt werden.



Der Ausschuss der Fachgruppe Werbung Wien hat nach einem einstimmigen Beschluss eine renommierte Steuerkanzlei mit der Formulierung eines konkreten Antrages beauftragt, der nach Behandlung im nächsten Ausschuss Ende September als Initiativantrag im Nationalrat eingebracht werden soll.



„Vermehrte Werbeausgaben beleben nicht nur die Werbelandschaft, sie kurbeln das Konsumverhalten der Bevölkerung an und unterstützen so die gesamte Wirtschaft. Ich bin davon überzeugt, dass es gerade in der derzeitigen wirtschaftlich angespannten Situation notwendig ist, einen Anreiz zu schaffen, damit mehr Geld in Werbemaßnahmen investiert wird. Die Werbeausgabenzuwachsprämie ist rasch realisierbar, im Fachgruppenausschuss herrscht Konsens und wir werden in den nächsten Tagen Gespräche mit der Politik führen“, so Fachgruppen-Obmann KR Karl Javurek.



Die seit Jahren geforderte Abschaffung der Werbeabgabe bleibt aber weiterhin eine Forderung von Javurek: „Die Zuwachsprämie ist eine leicht umsetzbare, befristete Maßnahme, die noch heuer Wirkung erlangen könnte. An der Forderung der Abschaffung der Werbeabgabe ändert das allerdings nichts. Die Werbeabgabe ist ein Relikt aus der Zwischenkriegszeit, stellt einen wesentlichen Wettbewerbsnachteil für den Wirtschaftsstandort Österreich dar und gehört endlich gestrichen.“



Ende des Zitats. Mögen Finanzminister und Wirtschaftsminister Gefallen finden!
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