Ende des "Club2" für Peter Rabl ein "Fehler"
 

Ende des "Club2" für Peter Rabl ein "Fehler"

Ex-"Kurier"-Chefredakteur und Co-Moderator hält die Einstellung der Sendung für "Ergebnis eines gezielten Aushungerungsprozesses"

Die Einstellung des ORF-Talks "Club 2" nach fünf Jahren stößt bei einem einem der Moderatoren, dem früheren "Kurier"-Chefredakteur Peter Rabl, auf Kritik. "Ich halte sie erstens für einen Fehler und zweitens für das Ergebnis eines gezielten Aushungerungsprozesses", zitiert ihn der "Kurier" in seiner Mittwochausgabe.

Die ORF-Führung habe sich mit der Sendung, die eine Erfindung des früheren Informationsdirektors Elmar Oberhauser war, nie anfreunden wollen, lautet Rabls Fazit.

Als Hauptprobleme nannte er die zu kleine Redaktion und die zu späte Sendezeit. "Hätte man den Club ordentlich platziert und unterstützt, hätte er eine gute Entwicklung vor sich gehabt. Natürlich wäre vieles zu verbessern gewesen. Aber nicht einmal nach den Quotenwahnsinns-Anfällen, die den ORF plagen, wäre der Club ein Einstellungskandidat.“ Ein Brief der Moderatoren mit der Bitte um mehr Unterstützung sei bei der ORF-Führung auf "Desinteresse“ gestoßen.

Den Anspruch, Tagesgespräch zu sein, habe der Talk jedenfalls nicht einlösen können – er habe aber unter der"mythischen Verklärung“ des alten "Club 2“ gelitten, sagte der Journalist. Dabei war der, so Rabl "in der Regel eine fade Veranstaltung“. Den idealen "Club2" sieht Rabl "als Bühne, wo man "in Ruhe und Politiker-frei Themen jenseitsd es Parteisprech ausargumentieren kann“.

Kritisch sieht Rabl den ORF im Allgemeinen: "Es ist nicht ausreichend gut geführt. Die Identität bröselt. Die politischen Tauschgeschäfte sind umfangreicher denn je.“
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