Einreichphase startet: Neue Richtlinien zur S...
 
Einreichphase startet

Neue Richtlinien zur Stärkung des Filmstandorts Österreich

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Förderungen aus dem Fernsehfonds Austria können ab sofort eingereicht werden. Neue Richtlinien der RTR sollen zudem nationale Produktionen stärken.

Die Einreichphase für Förderungen aus dem Fernsehfonds Austria läuft bis 14. Februar 2023. Nach gesetzlicher Einrichtung des „Exzellenzbonus“ beim jährlich mit 13,5 Millionen Euro dotierten Fernsehfonds Austria hat die beim Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR Medien) eingerichtete Fernsehfilm-Förderstelle überdies neue Richtlinien veröffentlicht, um den Filmstandort Österreich zu stärken. Zu Jahresbeginn beschloss der Gesetzgeber mit dem Exzellenzbonus des Fernsehfonds in Kombination mit dem Filmfördermodell FISA+ ein Anreizmodell, das internationale Produktionen nach Österreich holen und nationale Produktionen unabhängiger Produzent:innen stärken soll.


„Durch die kombinierte Aufteilung der Mittel zur Förderung von internationalen Filmen und Serien sowie österreichischer TV- und Streamingproduktionen zwischen FISA+ und dem Fernsehfonds Austria können wir mit den Bedingungen unserer Richtlinien zur Vergabe des Exzellenzbonus starke Anreize schaffen, um die großen Produktionen zu einem Höchstmaß an Wertschöpfung in Österreich zu motivieren. Damit unterstützen wir die Ziele des neuen Gesetzespaketes zur Stärkung des Filmstandortes Österreich und die Wirkung der Förderung FISA+ maßgeblich“, sagt Wolfgang Struber, Geschäftsführer der RTR Medien. „Zugleich bleiben uns durch die Neuregelungen künftig mehr Mittel, um Serien- und Dokumentar-Projekte österreichischer Produktionsfirmen zu ermöglichen und damit die Vielfalt unserer Produktionslandschaft zu erhalten“.

'Förderung von bis zu 40 Prozent'

Der Exzellenzbonus fördert Produktionen mit bis zu zehn Prozent der in Österreich investierten Aufwendungen, wenn beispielsweise die österreichischen Kosten mindestens 50 Prozent des Gesamtbudgets betragen, der Hauptanteil der Drehtage in Österreich stattfindet oder die Mehrheit des Stabs in Österreich beschäftigt ist. „Unser Kriterienkatalog umfasst zwölf derartige Bedingungen mit Österreich-Bezug, von denen mindestens vier erfüllt sein müssen“, erläutert Wolfgang Struber. „Zusammen mit der FISA+ Förderung können die Produktionen so eine Förderung von bis zu 40 Prozent der Österreich-Kosten erlangen“, das sei ein starkes Argument, so Struber.

Eine Förderung durch den Exzellenzbonus sei zudem mit den grundsätzlichen Richtlinien des Fernsehfonds Austria verbunden, die in hohem Maß die Rechte unabhängiger Produzent:innen im Verhältnis zu den koproduzierenden Fernsehveranstaltern stärken und ihnen damit deutlich bessere Verwertungsmöglichkeiten gewährleisten würden. Dies sei in Österreich einzigartig und liege auch international über den durchschnittlichen Standards.

Kriterienkatalog 

Auch hinsichtlich der bisherigen Förderung der Gesamtherstellungskosten einer Produktion wurden die Kriterien für einen erhöhten Satz über 20 Prozent der Kosten hinaus auf bis zu 30 Prozent konkretisiert. Das Gesetz nennt dazu beispielhaft das Vorliegen eines herausragenden österreichischen Beschäftigungseffektes, die Umsetzung technischer Innovationen bei der Produktion oder besondere Verwertungs- und Vermarktungsmaßnahmen.

Der Kriterienkatalog für die erhöhte Förderung sehe ebenfalls überdurchschnittliche Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte in Österreich vor oder verlange die überdurchschnittliche, finanzielle Beteiligung von Fernsehveranstaltern als Koproduzenten sowie internationale Beteiligungen, beschreibt Struber mögliche Pluspunkte für eine erhöhte Förderung. „Auch eine mehrheitlich weibliche Besetzung wesentlicher Stabfunktionen wie Regie, Kamera, Ton, Schnitt, Drehbuch, Musik, Herstellungsleitung und Produktionsleitung wäre in diesem Zusammenhang besonders positiv zu bewerten.“

Barrierefreie und fremdsprachige Fassungen

Darüber hinaus können besondere Verwertungsmaßnahmen zur Förderung eingereicht werden. So kann die Herstellung barrierefreier Fassungen für hör- oder sehbehinderte Menschen mit bis zu 80 Prozent der Kosten bzw. mit maximal 10.000 Euro gefördert werden, fremdsprachige Fassungen mit 50 Prozent bzw. maximal 30.000 Euro und die Präsentation der Produktionen bei internationalen Filmfestivals, Filmmessen und Wettbewerben mit 50 Prozent der Kosten bzw. mit maximal 30.000 Euro. „Derartige Maßnahmen sind am Markt üblicherweise auch nur schwer zu refinanzieren“, heißt es weiters in der Aussendung. Alle Informationen zur Einreichung finden Sie hier.

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