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"Einer der derzeit am schnellsten wachsenden Märkte"

UPC / Nick Radford

Beim dritten Futurezone-Day lag ein wesentlicher Fokus auf dem Thema „E-Sports“. Aber auch über Paidmodelle wurde diskutiert.

Die Keynote hielt der Gamer Rafael Eisler aka VeniCraft. Der 21-Jährige, der schon als Schüler mit dem E-Gaming begonnen hat, berichtete, dass der E-Gaming bereits in den 1960er-Jahren mit Arcade in den USA begonnen habe. Richtig interessant sei es dann um 1997 geworden als es immer mehr LAN-Partys gegeben habe. Mittlerweile würden die E-Sports einen regelrechten Boom erleben, der seinen Höhepunkt aber noch gar nicht erreicht hätte. Von 200.000 US-Dollar im Preis-Pool und lediglich ein paar hundert Profi-Spielern sei der Markt bis dato auf 16.300 Profi-Spieler und 3.000 offizielle Turniere gewachsen, wobei es in einzelnen Turnier schon einmal ein Preisgeld von 25 Millionen US-Dollar Preisgeld zu gewinnen gab. Zudem werde mittlerweile auch ein Millionenpublikum erreicht, wobei man hier bereits eine höhere Zahl an Zusehern als die Championsleague erzielen konnte. „Grund dafür ist wohl auch, dass die Zuschauer von den Spielern lernen und sich etwas abschauen können.“

In den Markt, der zur Zeit zu den am schnellsten wachsenden gehöre, seien mittlerweile auch Firmen wie Samsung eingestiegen, die sich ein eigenes Team gesichert hätte, zu den Sponsoren würden unter anderem Unternehmen Red Bull und Intel zählen, zu den Investoren der Rapper Drake. Auch österreichische Firmen wie Willhaben, die über ein eigenes e-Sport Team verfügen oder das Telekommunikationsunternehmen A1, das eine der größten Ligen in Österreich veranstaltet, seien bereits in das Business eingestiegen.

Fake-News-Debatte als Chance
Ebenfalls diskutiert wurde über Paidmodelle. Gisela Reiter, Lehrbeauftragte an der Universität Wien (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft) verwies bei dem Panel darauf, dass die Bereitschaft der User für mediale Inhalte zu bezahlen höher sei als angenommen. Kurier-Geschäftsführer Thomas Kralinger zeigte sich überzeugt davon, dass niemand freiwillig für Inhalte zahlen würde solange diese auch kostenlos erhältlich sind. „Wir setzen daher auf starke Marken und deren Versprechen, die eine Zahlungswilligkeit generieren sollen."

Der Medienhistoriker Fritz Hausjell unterstrich, dass die Medien ihre Inhalte nicht so einfach gratis hergeben hätten sollen. Man müsse den Leuten klarmachen, dass hinter den Inhalten auch Arbeit stecke. Gisela Reiter glaubt hingegen, dass die Fake-News-Debatte der Thematik dienlich ist: „Man legt wieder Wert auf vertrauenswürdige Marken und Quellen.“ HORIZONT-Herausgeberin und –Chefredakteurin Marlene Auer unterstrich, dass Medieninhalte aktuell so viele Menschen wie noch nie zuvor erreichen würde, wovon auch der Journalismus profitiere. Zudem seien es die User durch Spotify & Co immer mehr gewohnt, für digitale Inhalte zu bezahlen. "Das ist eine Chance für den Journalismus, weil Journalismus im Netz auch bezahlt werden muss."

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