Eine Frage des Vertrauens
 

Eine Frage des Vertrauens

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"Vertrauen hat eine menschliche, soziale und fachliche Komponente"

Über die Wertschöpfung von Kommunikation diskutierten Eduard Böhler (CCA), Lothar S. Leonhard (GWA), Konrad Mayr-Pernik (MEC) und Angelika Sery-Froschauer (WKÖ). Moderiert wurde das Panel von Herwig Stindl vom Horizont. „Vertrauen hat eine menschliche, soziale und fachliche Komponente – es ist ein hohes Gut. Das Wort Vertrauen war ausschlaggebend für die Kommunikationsplattform“, erklärt Angelika Sery-Froschauer. Sie fordert Richtlinien und Transparenz. „Im Vertrauensindex im EU-Raum ist Österreich und Deutschland ganz vorne mit dabei, was das Vertrauen in die Werbung betrifft.“

Eduard Böhler identifiziert das Kernproblem so: „Den anderen Abteilungen, wie der Finanz-Abteilung , ist nicht ausreichend klar, dass Kommunikation eine notwendige Investition ist.“ Er will zu einer Professionalisierung beitragen und faire Branchenbedingungen erlangen. Ist das Vertrauen in die Dienstleister tatsächlich so gestört? „Antworte ich auf der Kundenseite, lautet die Antwort: nein. Auf Agenturseite muss ich ja sagen. Das Vertrauen ist in mehreren Bereichen abhanden gekommen, gesamtwirtschaftlich und gesamtgesellschaftlich, nicht nur in der Werbung. Wir führen eigentlich keine Wertediskussion, immer eine Preisdiskussion. Die Frage sollte aber sein: Welchen Wert kaufe ich zu welchem Preis“, so Mayr-Pernek.

Lothar S. Leonhard beschreibt das Thema Vertrauen als „ein wenig hoch aufgehängt. Auf die Klientel loszugehen und zu sagen: 'Vertraut mir doch', das kann es nicht sein.“ Eduard Böhler formuliert: „Wir haben keine Angst vor den Einkäufern. Es ist nur wichtig, dass man gemeinsam zu einer Lösung kommt. Dass auch auf Auftraggeber-Seite das Verständnis da ist.“ Mayr-Pernik beschreibt Werbung als eine Investition, die man möglichst billig kaufen will.“

„Das Problem ist die Freigabe von Mitteln, wenn ich vorher wissen will was der Return ist. Die Finanz-Abteilung hat die Entscheidungen übernommen. Es gibt viele Unternehmen, wo nicht mehr nur die Marketing Abteilung bestimmt. Wir handeln mit unspezifischer Ware, die wir nicht genau berechnen können“, so Leonhard, "Die Preisverhandlung hat ein großes Gewicht. Früher konnte der Marketingverantwortliche bestimmen, auch rein nach Qualität. Heute sind wir längst von dieser Betrachtungsweise weggekommen. Eine Marke ist eine Vertrauensbeziehung, der Kunde kauft die Marke und nicht das Produkt. Ohne Kommunikation ist keine Marke zu schaffen und zu erhalten."

Mayr-Pernik zum Schluss: "Kreativität schafft den Hebel, Handwerk ist die Basis.“

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