Ein Euro mehr pro Monat und Haushalt
 

Ein Euro mehr pro Monat und Haushalt

Der ORF bekommt mehr Gebühren und verspricht mehr Programm.

Nach der Sitzung des ORF-Stiftungsrates am Donnerstag, 15. Dezember 2011, bei der die Gebührenerhöhung um sieben Prozent ab Juni 2012 mit 27 Pro- und drei Gegenstimmen beschlossen wurde, erklärte Gremienvorsitzende Brigitte Kulovits-Rupp die Anpassung für "notwendig und gerechtfertigt". "Notwendig", um den ORF auf eine wirtschaftlich solide Basis zu stellen und "gerechtfertigt", "weil ein Schub ins Programm erfolgt". ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz versprach für 2012 ein "Rekordvolumen an Eigenproduktionen" und meinte, dass 10.000 Stunden eigenproduzierte Sendungen im nächsten Jahr "einen Euro mehr pro Monat und Haushalt rechtfertigen".

Bereits 2011 habe man mehr Geld als geplant in das Fernsehprogramm gesteckt, sagte Richard Grasl, Kaufmännischer Direktor des ORF. Aufgrund des finanziell positiven Jahresverlaufs habe man sieben Millionen Euro ins Fernsehprogramm umgewidmet, im nächsten Jahr sollen die Programmkosten um weitere 10,5 Millionen Euro steigen. Dass die zusätzlichen Gebühreneinnahmen für den Gebührenzahler auch im Programm spürbar sein müssen, sei auch gemeinsamer Wille des Stiftungsrats gewesen, wie Franz Medwenitsch (ÖVP), nach der Sitzung betonte. Grundsätzlich wünsche man sich mehr Regionalisierung, mehr Europäisierung und mehr österreichische Eigenproduktionen. Auch die Idee eines Gesundheits- und Seniorenmagazins stehe im Raum, berichtete Medwenitsch.

ORF-Finanzplan 2012

Neben der Gebührenerhöhung wurde am Donnerstag eine Reihe von finanziellen Rahmenbeschlüssen für den ORF gefällt, die "die Grundlage für die möglichst erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens" darstellen sollen, so Kulovits-Rupp. Mit breiter Mehrheit wurde der Finanzplan 2012 abgesegnet, in dem für die ORF-Mutter ein leicht positives Ergebnis und für den Konzern ein Plus von drei Millionen Euro vorgesehen ist. Befürchtungen aus dem Stiftungsrat, der ORF könnte zu optimistisch kalkulieren, habe man mit Hilfe eines Stresstests entkräftet, berichtete Grasl. Man habe dem Aufsichtsgremium deutlich machen können, dass der ORF im Falle eines Konjunktureinbruchs in der Lage ist, durch wirtschaftlich schwierige Zeiten hindurchsteuern zu können. Dennoch empfahl der Stiftungsrat der Geschäftsführung "proaktive Vorsorge", so dass im Notfall unverzüglich 20 Millionen Euro eingespart werden können. Weiters wurde festgelegt, dass Immobilienverkäufe nur möglich sind, wenn ein Immobilien-Strategiekonzept vorliegt und dass das Rosenhügel-Areal im nächsten Jahr nicht verkauft werden dürfe, um eine schwarze Null zu erreichen.

Mehr Gehalt für ORF-Mitarbeiter

Abgesegnet wurde außerdem der Gehaltsabschluss, wonach die ORF-Mitarbeiter ab nächstem Jahr durchschnittlich 2,94 Prozent mehr verdienen. Für Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser war dieser Abschluss "an der untersten Schmerzgrenze".

(APA/red)
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