Ein Brief von Hans-Jörgen Manstein
 

Ein Brief von Hans-Jörgen Manstein

Johannes Brunnbauer

Hans-Jörgen Manstein legt sein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrates des Manstein Verlags zurück. Mit diesem Brief bedankt er er sich bei Freunden und Wegbegleitern.

Liebe Wegbegleiter, liebe Freunde,

Am 31.Oktober 2017 ist es soweit. Nach fast vier Jahrzehnten ziehe ich mich endgültig aus dem Manstein Verlag zurück. Ich lege mein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrates zurück. Die zu solchen Anlässen so gerne verwendeten, leeren Floskeln wie „es ist Zeit, die Stafette an die nächste Generation zu übergeben“ möchte ich Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren, ersparen.

Stattdessen möchte ich Ihnen ein wenig von diesem großartigen Verlag erzählen und was er in der österreichischen Medienszene bewirkt hat. Vor allem aber, wie sich in seiner Geschichte der Wandel der gesamten Branche widerspiegelt. Denn tatsächlich ist der Manstein Verlag ein Seismograph, der sämtliche Schwingungen der Österreichischen Kommunikationsbranche und Wirtschaftsszene aufzeichnete – weil er sie mitmachte. Als wir vor knapp 40 Jahren mit einem kleinen Büro begannen, gab es Telefone, mechanische Schreibmaschinen und Kopierer. Das machte den persönlichen Einsatz bei den Recherchen für den Informationsdienst Intern – so hieß unser allererstes Produkt – Tag für Tag zu einer Herausforderung. Aber das kleine Team, bestehend aus einer Sekretärin und meiner Person, schaffte das irgendwie Woche für Woche, sodass Intern schon bald das Branchen-Kommunikationsmittel schlechthin wurde. Erst viele Jahre später erleichterte uns die Einführung einer Weltsensation, des Telefaxgeräts (kennt das heute noch jemand?), den Zugang zu den relevanten Informationen, über die wir stets als Erste berichteten. Der Faxfluss nahm teilweise groteske Formen an, weshalb der Gründer der Wiener Werbeagentur Austria 3, der launige Horst Wilfinger, gelegentlich bemerkte: „Wir schicken dem Manstein unsere Telefaxe und dann abonnieren wir das Intern, damit wir unsere eigenen Faxe lesen können.“ So ging es zu, in der guten alten, überschaubaren Zeit. Kurz nach Intern gründeten wir den bestseller, das erste bunte Monatsmagazin für die Marketingbranche, das Hotel-Magazin für die Hotellerie und die Gastronomie und schließlich Cash, das Handelsmagazin. Das war 1984 und die gesamte Branche hielt mich für verrückt. Schließlich gab es einen Marktführer, damals seit 20 Jahren die unangefochtene Nummer eins. Wenige Jahre später waren wir das. Und sind es bis heute geblieben. Durch Innovation in Redaktion und Marketing. Das von uns erfunden Cash Handelsforum entwickelte sich von einer sympathischen Kleinveranstaltung zum führenden Branchenevent. Das waren eigentlich die goldenen Jahre für Wirtschaft und Werbung.

Über sie berichteten wir weiter, als wir mit dem Lizenztitel HORIZONT (Deutscher Fachverlag) eine wöchentlich erscheinende Zeitung herausbrachten. Der Lizenzgeber Deutscher Fachverlag, ein renommiertes Frankfurter Medienhaus, beteiligte sich später an unserem Verlag, Ende der 90er-Jahre erfolgte die Komplettübernahme. Heute erscheinen im Manstein Verlag 13 Titel, sprich Magazine, Zeitschriften und Zeitungen. Nach der 100-prozentigen Übernahme hatte ich einige Jahre weiter die Geschäftsführung inne und wechselte später in die Position des Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Und, wie ich glaube und wie die wirtschaftlichen Kennzahlen bestätigen, mit großem Erfolg. Das darf ich ohne falsche Bescheidenheit, jedoch mit gebührendem Stolz sagen.

Diesen Erfolg verdanken die Eigentümer, verdanke ich, nicht nur meinen MitarbeiterInnen, sondern vor allem Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren und Freunde des Manstein Verlages. Daher darf ich mich an dieser Stelle persönlich bei Ihnen bedanken und mit dem Wunsch schließen: Bleiben Sie uns treu.

Ihr

Prof. Hans-Jörgen Manstein
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