Ehrenpreis für Armin Thurnher
 

Ehrenpreis für Armin Thurnher

Der Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln geht 2010 an "Falter"-Mastermind Armin Thurnher.

Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und der Fachverband Buch- und Medienwirtschaft verleihen den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln an Armin Thurnher. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am Freitag, dem 19. November 2010, um 11.00 Uhr im Wiener Rathaus überreicht.  

Benedikt Föger, Vorsitzender des Österreichischen Verlegerverbands und Vizepräsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels, begründet die Entscheidung für den diesjährigen Preisträger wie folgt:

„Armin Thurnher gilt als einer der profiliertesten Journalisten und Buchautoren Österreichs. Seine stilistische Brillanz und sein ständiges Engagement für einen breiten öffentlichen Diskurs wird selbst von Kritikern anerkannt und hoch geschätzt. Mit großer Beharrlichkeit setzt er sich in seinen Büchern und Artikeln mit oftmals unbequemen und unpopulären Themen auseinander und verliert auch bei kritischer Betrachtungsweise nie den respektvollen Blick auf sein Gegenüber. Die österreichische Befindlichkeit, seine Medienlandschaft, seine Vergangenheit und die aktuelle Politik gehören zu den Hauptaugenmerken Thurnhers. Als scharfsinniger Beobachter zeigt er die Fehler von Journalistenkollegen auf, wendet sich gegen Rechtspopulismus und Medienkonzentration. Er ist Sprachrohr derer, die von den Medien weitgehend unbeachtet bleiben. Ständig konfrontiert und provoziert der Buchautor seine Leser. „Heimniederlage“ oder „Schwarze Zwerge“ zählen zu den Buchveröffentlichungen und zuletzt sein literarisches Debüt „Der Übergänger“.

Seinen gekonnten Schreibstil und sein umfangreiches Wissen setzt Thurnher seit langem auch zur Förderung von journalistischem Nachwuchs ein und unterrichtet an der Fachhochschuole für Journalismus sowie der hochschule für Musik und darstellende Kunst (Kulturmanagement, Anm. hs). Auch bei der Gründung der Wiener Wochenzeitung ,Falter´ war nicht ökonomischer Erfolg sein primäres Ziel, sondern die Herstellung von Gegenöffentlichkeit. Man bleibt damit bis heute der Gründungsidee treu. Armin Thurnher ist ein Mann mit Zivilcourage, der sich nie gescheut hat, seine Meinung zu vertreten.“  

Der Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln wird heuer bereits zum 21. Mal gemeinsam vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und dem Fachverband Buch- und Medienwirtschaft an einen Autor verliehen, der sich in seinem Werk und durch sein Engagement für Toleranz gegenüber anderssprachigen und kulturell anders geprägten Nachbarn in herausragender Art und Weise eingesetzt hat und somit einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa geleistet hat.
Der Preis wurde erstmals 1990 an Milo Dor vergeben, weitere Preisträger waren Viktor Frankl, Inge Merkel, Kardinal Franz König, Gerhard Roth, Simon Wiesenthal, Hugo Portisch, H. C. Artmann, Christine Nöstlinger, Sir Peter Ustinov, Josef Haslinger, Karl-Markus Gauß, Ilse Aichinger, Konrad Paul Liessmann, Erich Hackl, Barbara Frischmuth, Klaus Wagenbach, Martin Pollack, Paul Lendvai und Erika Pluhar.  

Armin Thurnher, 1949 in Bregenz geboren, ist Mitbegründer, Miteigentümer und Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung Falter. Für seine Arbeit ist er bereits vielfach ausgezeichnet worden, u. a. mit dem Bruno-Kreisky- und dem Kurt-Vorhofer-Preis. Bei Zsolnay erschienen zuletzt: Das Trauma, ein Leben (1999), Heimniederlage (2000) und der Roman Der Übergänger (2009); im Falter Verlag kam kürzlich das Kochbuch Thurnher auf Rezept (2010) heraus.  

Armin Thurnher ist seit 1995 Kolumnist des BESTSELLER (eine Idee des damaligen BS-Chefredakteurs Hannes Hochstöger, heute Verleger von "Film, Sound & Media") – in seinem „Tagebuch“, kongenial illustriert von Tex Rubinowitz, berichtet Thurnher über Medien, Werbung und das Leben der Marketer.  

BESTSELLER & HORIZONT gratulieren!

In der VÖZ-Publikation „Beste Seiten“ erscheint ein Gespräch mit dem Preisträger – über Lesen, Schreiben, Rezensieren - und den Begriff Toleranz.  
stats