EGMR bestätigte 130.000 Euro Schmerzensgeld d...
 

EGMR bestätigte 130.000 Euro Schmerzensgeld durch "Krone"

Auch "Kurier" abgeblitzt - Zeitungen hatten in Straßburg gegen heimische Verurteilungen im "Fall Christian" geklagt

Die "Kronen Zeitung" und der "Kurier" sind am Dienstag mit einer Beschwerde zum sogenannten "Fall Christian" aus dem Jahr 2004 vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte abgeblitzt. Die beiden Zeitungen waren von österreichischen Gerichten wegen ihrer Berichterstattung über den Sorgerechtsstreit rund um den damals achtjährigen Buben zu empfindlichen Geldstrafen verurteilt worden. Sie hatten ihrerseits Österreich einen Verstoß gegen die Pressefreiheit vorgeworfen.

Die Berichte über den Buben, der als Opfer zerrütteter Familienverhältnisse in einem dramatischen Obsorgeverfahren ins Scheinwerferlicht geraten war, wurden Anfang 2004 publiziert. Mutter und Kind klagten gegen die Medienberichterstattung und bekamen von heimischen Gerichten Schmerzensgeld in Höhe von 130.000 Euro ("Krone") und 9.000 Euro ("Kurier") zugesprochen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte folgte dem Urteil Österreichs und stellte in seinem Urteil fest, dass die Veröffentlichung von "extrem intimen Angaben" über den Buben und seine Eltern sowie die Veröffentlichung von Fotos, die deren Identität preisgaben, deren Privatsphäre verletzt habe. Das Kind sei Opfer eines Streits der Eltern geworden, es sei nicht von sich aus auf die öffentliche Szene getreten. Somit sei es besonders schutzbedürftig gewesen.

(APA)
stats