DVB-H in Deutschland vor Neuausschreibung
 

DVB-H in Deutschland vor Neuausschreibung

Landesmedienanstalten fordern Lizenz von Mobile 3.0 zurück.

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten(ZAK) sieht das aktuelle Versuchsprojekt DVB-H für beendet an. "Wir erwarten, dass das Konsortium Mobile 3.0 bis Ende Oktober die Lizenzen zurück gibt", sagt Kommissionsvorsitzender Thomas Langheinrich. Mit einer schnellen Rückgabe würde der Weg frei werden für einen Neustart von DVB-H in Deutschland.

Zum Hintergrund: Das bei der DVB-H-Frequenzvergabe im Oktober 2007 siegreiche Konsortium Mobile 3.0 konnte bisher nur einen Testbetrieb in Hamburg, München, Frankfurt und Hannover auf die Beine stellen. Grund für das Versagen dürfte auch sein, dass in dem Konsortium kein Mobilfunker vertreten ist, die deshalb auch wenig Lust haben, den neuen Standard zu unterstützen.

"Mobile 3.0 konnte das eigene im Rahmen der Ausschreibung vorgelegte Gesamtkonzept nicht umsetzen und weder Verträge über den Netzbetrieb noch mit Vertriebs- und Marketingpartnern vorlegen", konkretisiert Langheinrich. Sollte die Lizenz nicht zurückgegeben werden, muss ein Widerrufsverfahren eingeleitet werden.

Seit 1. September gibt es in Deutschland auch bessere Rahmenbedingungen für den Start von DVB-H: Mit dem 10. Rundfunkstaatsvertrag wird der Plattform-Betrieb von DVB-H erstmals auf eine bundesweit einheitliche Gesetzesgrundlage gestellt. Zuvor musste jede einzelne der 15 Landesmedienanstalten separat ihre Zustimmung geben. Langheinrich: "Wir sollten alle Anstrengungen unternehmen, um gemeinsam mit den Marktteilnehmern den Schatz DVB-H doch noch zu heben."
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