DVB-H in Deutschland vor dem Aus?
 

DVB-H in Deutschland vor dem Aus?

Das Konsortium Mobile 3.0 droht zu zerbröseln.

Das bei der DVB-H-Frequenzvergabe im Oktober 2007 siegreiche Konsortium Mobile 3.0 vor der Auflösung. Laut „Bild Online“ überlegen die beteiligten Verlage Holtzbrinck und Burda sowie der südafrikanische Konzern Naspers, die Zusammenarbeit an dem Projekt zu beenden. Der Partner Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) soll bereits ausgestiegen sein. Bei Mobile 3.0 will man dazu keinen Kommentar abgeben.

Ein Grund des - möglichen - Scheiterns ist die komplizierte Frequenzvergabe in Deutschland. Zwar erteilte die Gesamtkonferenz der Landesmedienanstalten Mobile 3.0 den Zuschlag - jede einzelne der 15 Landesmedienanstalten muss aber separat ihr Einverständnis geben. Vier Landesmedienanstalten - nämlich Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen - haben dies noch nicht getan. Doch auch beim Vertrieb spießt es sich. Wie die „Financial Times Deutschland" berichtet, habe Mobile 3.0 noch keine Gespräche mit den Mobilfunkbetreibern geführt. Ohne deren Unterstützung wird es aber schwierig, DVB-H-fähiges Gerät unter die Leute zu bringen. Auch von Handys, die TV über den DVB-T-Standard empfangen können, erwächst Mobile 3.0 unerwartete Konkurrenz. Bis vor wenige Monaten galt DVB-T als ungeeignet für Handy-TV - mittlerweile sind DVB-T-Handies in Deutschland aber durchaus beliebt.

Bisher brachte Mobile 3.0 nur einen DVB-H-Testbetrieb in Hamburg, München, Frankfurt und Hannover zustande, den man am 1. Juni startete. Der ursprüngliche Zeitplan sah einen Launch von DVB-H vor der UEFA EURO 2008 vor.





(Quelle: HORIZONT.net)

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