Druckereien kämpfen weiter mit Marktumfeld
 

Druckereien kämpfen weiter mit Marktumfeld

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Das Marktumfeld für die heimischen Druckereibetriebe ist nach wie vor schwierig, für heuer erwarten die Ökonomen der Bank Austria aber, dass die Firmen das Umsatzminus von 2017 zumindest ausgleichen können. Im Vorjahr verringerte sich der Branchenumsatz nominell um 1,2 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro. Im langfristigen Vergleich erzielten die Druckereien damit sogar ein relativ gutes Ergebnis.

Die Branche kämpft mit dem Trend zu elektronischen Medien. Die Ausgaben der privaten Haushalte für Lesestoff wachsen seit Jahren nur mehr wenig bzw. sind gesättigt. Gemessen an den Ausgaben der Haushalte für Bücher, Zeitungen und andere Printmedien sei der Absatz traditioneller Verlagsprodukte in Österreich in den vergangenen vier Jahren um weniger als 1 Prozent nominell im Jahr gestiegen, so die Bank Austria am Dienstag in einem Branchenbericht. Der Anteil der traditionellen Verlagsprodukte an den gesamten Konsumausgaben habe sich in den letzten zwei Jahrzehnten von 1,6 Prozent auf 1,2 Prozent verringert.

Außerdem sinke der Anteil der Werbeausgaben für "druckrelevante Medien". 2017 seien 45 Prozent der Bruttowerbeausgaben, das sind 2,5 Mrd. Euro, in dieses Segment geflossen. Vor zehn Jahren waren es noch mehr als 60 Prozent. "Das heißt, dass die Druckereikonjunktur 2018 auch unter dem von den Werbeagenturen erwarteten bescheidenen Einnahmenplus von weniger als 2 Prozent brutto leiden wird, nicht zuletzt weil diese Mehreinnahmen wieder großteils in elektronische Medien fließen", so Günter Wolf, Ökonom der UniCredit- Bank Austria.

Konkurrenzdruck aus dem Ausland

Zu all dem kommt, dass den Druckereien der Konkurrenzdruck aus dem Ausland zu schaffen macht. Vielfach werden Druckaufträge in andere EU-Länder ausgelagert. Zum überdurchschnittlich starken Importwachstum bei Druckerei- und Verlagsprodukten von 4,8 Prozent 2017 hätten Lieferungen aus Deutschland, Tschechien und Polen den Großteil beigetragen, sagte Wolf.

Das Außenhandelsdefizit mit allen druck- und verlagsrelevanten Produkten ist 2017 auf 503 Mio. Euro gestiegen, davon entfielen auf Bücher 346 Mio. Euro und auf Printmedien inklusive der Werbebeilagen 136 Mio. Euro.

Österreichs Druckereien haben in den vergangenen Jahren sowohl die Erträge als auch die durchschnittliche Eigenkapitalausstattung gesteigert, beruft sich die Bank Austria auf eine Analyse der KMU Forschung Austria. 2009 betrug die Eigenkapitalquote der Betriebe 19 Prozent, aktuell seien es rund 33 Prozent. "Allerdings ist der Anteil überschuldeter Betriebe mit 26 Prozent ebenso wie der Anteil der Betriebe mit einem negativen Betriebsergebnis mit 38 Prozent weiterhin sehr hoch", räumte Wolf ein.

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