Drei neue Radios bringen Bewegung am Markt
 

Drei neue Radios bringen Bewegung am Markt

Radiotest 2. Halbjahr: Werbers Lieblingszielgruppe hört 13 Minuten mehr – signifikante Zuwächse für KroneHit, Antenne Wien und RMS Top – tolle Performance der Newcomer Superfly, LoungeFM und Radio Graz.

Die Daten zum Radiotest 2. Halbjahr 2008 können Sie hier als Tabelle herunterladen.
(Quelle: ORF enterprise)







Die Eckdaten zum Radiotest 2. Halbjahr 2008 können Sie hier als Tabelle herunterladen.
(Quelle: RMS Austria)







Radiotest 2. Halbjahr 2008, 14 bis 49 Jahre (die „werberelevante Zielgruppe“), Montag bis Sonntag, Tagesreichweite: „Nur“ drei Sender beziehungsweise Kombis weisen signifikante Veränderungen zum Vergleichszeitraum 2007 auf – aber ein Blick in die „Ausschläge“ der Reichweiten zeigt: Der Radiomarkt in Österreich ist in heftiger Bewegung.





Zuerst: Über signifikante Veränderungen – und zwar österreichweit – können sich folgende Sender freuen: Kronehit mit einer Reichweite von 9,3 Prozent (entspricht einem Plus von 1,2 Prozentpunkten), in Wien die RMS-Top-Kombi mit einer Reichweite von 32,4 Prozent (Plus von 5,6 Prozentpunkten) sowie Antenne Wien mit einer Reichweite von 3,7 Prozent, was einem Plus von 2,2 Prozentpunkten entspricht – ein schöner Erfolg für das Programmkonzept von Bernd Sebor und Co.





Dann: Drei „Frischlinge“, erst vor Jahresfrist gestartet und im Halbjahrestest im Juli noch nicht sichtbar, treten richtig groß in Erscheinung: Die drei lokallizensierten Sender Superfly in Wien, Lounge FM in Wels/Linz/Steyr und Radio Graz ebendort, die allesamt auch neue Programmfarben in ihren lokalen Verbreitungsgebieten anbieten, erzielen bemerkenswerte Reichweiten: Superfly in Wien 2,6 Prozent Reichweite, Lounge FM in Wels/Linz/Steyr 3,0 Prozent sowie Radio Graz 3,2 Prozent. Schließlich zur Performance des Mediums Radio allgemein: Die Reichweite in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sank von 83 Prozent im 2. Halbjahr 2007 auf nunmehr 81,9 Prozent 2008 (statistisch nicht signifikant). Auch die Hördauer, eines der großen Assets des Werbeträgers Radio, gibt leicht nach: Von 211 Minuten im 2. Halbjahr auf nunmehr 205 Minuten österreichweit. Allerdings wächst die Hördauer in Wien (auf 176 Minuten – plus 13 Minuten), in Salzburg (215 Minuten – plus 7 Minuten) und in Vorarlberg (210 Minuten – plus 6 Minuten). In der Steiermark und Tirol bleibt sie fast gleich. Deutlich kürzer Radio gehört als im Vergleichszeitraum wird im Burgenland (198 Minuten – minus 10 Minuten), Kärnten (228 Minuten – minus 20 Minuten), Oberösterreich (207 Minuten – minus 18 Minuten).





Zu beachten bleibt naturgemäß, dass der Radiotest aus rund 13.800 Interviews ab 10 Jahren (Grundgesamtheit: 7,4 Millionen Personen) österreichweit besteht. Für die Zielgruppe 14 bis 49 Jahre werden rund 7.900 Interviews durchgeführt (Grundgesamtheit 4,2 Millionen Personen). Daher gibt es mitunter geringe Fallzahlen. Die Schwankungsbreite nach dem sogenannten „t-Wert“ liegt bei 1,9. Dieser Wert trennt statistisch zwischen „signifikant“, also eindeutig, und „nicht signifikant“.




Spielregel für den telefonisch erhobenen Radiotest ist: Nach Feststellung des Wohnortes des Respondenten werden jene Sendermarken abgefragt, die terrestrisch (!) in diesem geografischen Gebiet empfangbar sind. Damit soll einerseits die abgefragte Sendermarkenliste begrenzt werden, andererseits die höherer auf das geografische Verbreitungsgebiet eingegrenzt werden. Entgegen der Auffassung von nur im Netz oder auch im Netz verbreiteten Sendermarken kann nach Vereinbarung der ARGE Radiotest deren Verbreitung in der derzeitigen Form des Radiotest nicht erhoben werden.





Und die ORF-Radios?




Die gute Nachricht für den Öffentlich-Rechtlichen: Keine der Schwankungen ist statistisch signifikant. In der Zielgruppe 14 bis 49 Jahre, Montag bis Sonntag, legen lediglich Ö3 in Wien, Radio Niederösterreich in Wien, im Burgenland Ö3, FM4 in der Steiermark sowie Ö1, in Oberösterreich Ö1 und schließlich in Vorarlberg Ö3 deutlich zu. Heißt: Von drei mal neun Möglichkeiten (Ö3, FM4 und der jeweilige Regionalsender) liegen nur fünf werbungtragende Sender des ORF, betrachtet nach Bundesländern, im – nicht signifikanten – statistischen Plusbereich. 22 Sender bilanzieren ein Minus.







Die Stunde der Privaten




Mit dem Radiotest für das 2. Halbjahr 2008 hat sich die RMS-Top-Kombi in Wien als erster Herausforderer von Ö3 etabliert – das Match steht nunmehr 36,6 Prozent Reichweite in der werberelevanten Zielgruppe von Ö3 gegen 32,4 Prozent von RMS-Top. Kronehit ist endgültig als nationaler Player etabliert und sichtbar – 9,4 Prozent Reichweite in der werberelevanten Zielgruppe und ein Plus von 1,2 Prozentpunkten sind deutlich.




In Wien punkten Energy, Antenne Wien und Arabella sowie Superfly. In Niederösterreich heißt der Wachstumsgewinner HitFM, in der Steiermark eindrucksvoll Antenne Steiermark sowie Radio Grün-Weiß und  Radio Graz; in Kärnten Antenne Kärnten sowie in Vorarlberg Antenne Vorarlberg. Einzig in Oberösterreich muss Life Radio eine – nicht statistisch signifikante – Einbuße hinnehmen, ebenso Arabella. ORF stabil, aber unter Druck Und die ORF-Radios? Die gute Nachricht für das heissdiskutierte öffentlich-rechtliche Medienunternehmen: Keine der Schwankungen im aktuellen Radiotest sind statistisch signifikant. Es geht aber schneller, die Schwankungen von ORF-Sendern ins Plus aufzuzählen: In der Zielgruppe 14 bis 49 Jahre, Montag bis Sonntag, erzielen lediglich Ö3 in Wien ein Plus von 0,1 Prozentpunkten auf 36,6 Prozent Reichweite, Radio Niederösterreich in Wien gleich 2,2 Prozentpunkte auf nunmehr 3,7 Prozent Reichweite, im Burgenland Ö3 mit plus 0,1 Prozentpunkte auf 54,5 Prozent Reichweite, FM4 in der Steiermark plus 0,6 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent Reichweite sowie Ö1 (plus 0,2 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent Reichweite), in Oberösterreich Ö1 mit plus 0,5 Prozentpunkten auf 6,2 Prozent Reichweite und schließlich ganz im Westen, in Vorarlberg, legt Ö3 immerhin 1,2 Prozentpunkte drauf und erzielt 50,6 Prozent Reichweite. Heisst: Von 3 mal 9 Möglichkeiten (Ö3, FM4 und der jeweilige Regionalsender) performen lediglich fünf werberelevante Sender des ORF, betrachtet nach Bundesländern, im – allerdings nicht signifikanten – statistischen Plusbereich. 22 Sender bilanzieren ein Minus, ebenso nicht signifikant, aber mit Verlusten teilweise zwischen ein und zweieinhalb Prozentpunkten.   Die Stunde der Privaten Spätestens mit dem Radiotest für das 2. Halbjahr 2008 hat sich die RMS-Top-Kombi in Wien als erster Herausforderer von Ö3 etabliert – das Match steht nunmehr 36,6 Prozent Reichweite in der werberelevanten Zielgruppe von Ö3 gegen 32,4 Prozent von RMS-Top. KroneHit ist endgültig als nationaler Player etabliert und sichtbar – 9,4 Prozent Reichweite in der werberelevanten Zielgruppe und ein Plus von 1,2 Prozentpunkten sind deutlich. In Wien punktet Energy (plus 2,5 Prozentpunkte), Antenne Wien (plus 2,2 Prozentpunkte) und Arabella (plus 0,6 Prozentpunkte) sowie Superfly. In Niederösterreich heisst der deutliche Wachstumsgewinner HitFM (je nach Verbreitungsgebiet plus 0,8 beziehungsweise plus 2,7 Prozentpunkte), in der Steiermark eindrucksvoll Antenne Steiermark (plus 1,2 Prozentpunkte) sowie Radio Grün-Weiss (plus 2,4 Prozent) und wie erwähnt Radio Graz; in Kärnten Antenne Kärnten (plus 2,3 Prozentpunkte) sowie in Vorarlberg Antenne Vorarlberg (plus 2,2 Prozentpunkte). Einzig in Oberösterreich muss Life Radio eine – nicht statistisch signifikante – Einbußen hinnehmen (minus 1,9 Prozentpunkte), ebenso Arabella (minus 2,2 Prozentpunkte).







Fazit: Die ORF-Radios geben weiter – aber nicht signifikant – Anteile ab, der nicht zuletzt durch die auch in ihrer Positionierung neuen Sender Superfly in Wien, LoungeFM in Wels/Linz sowie Radio Graz in der Steiermark erweiterten Markt der Privatradios generiert Hörer in der werberelevanten Zielgruppe der 14 bis 49jähren. Wettbewerb belebt das Geschäft!







Ein Media-Fakten-Special zum Radiotest für das 2. Halbjahr 2008 finden Sie im HORIZONT Nummer 6/2009, der am 6. Februar erscheint.  
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