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#doublecheck: Kanzler Kern drängt auf ORF-Reform

Screenshot/Ö1
Seit Mai nehmen Stefan Kappacher und Nadja Hahn jeden ersten Freitag im Monat um 19:05 Uhr für eine halbe Stunde die Medienlandschaft unter die Lupe.
Seit Mai nehmen Stefan Kappacher und Nadja Hahn jeden ersten Freitag im Monat um 19:05 Uhr für eine halbe Stunde die Medienlandschaft unter die Lupe.

Im Ö1 Medienmagazin #doublecheck lobt Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) Armin Wolfs Interviewstil, knüpft die Presseförderung an Bedingungen und kritisiert das Inseratevolumen der öffentlichen Hand für Boulevardmedien.

Seit Mai nehmen Stefan Kappacher und Nadja Hahn jeden ersten Freitag im Monat um 19:05 Uhr für eine halbe Stunde die Medienlandschaft unter die Lupe. Im ersten Magazin äußerte sich unter anderem Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) im Interview über Armin Wolfs Interviewstil, eine ORF-Reform, die geplante Presseförderung und das Inseratevolumen der öffentlichen Hand für Boulevardmedien.

Kern wies die Kritik an der Interviewführung von Anchor Armin Wolf zurück. Dieser mache "natürlich harte Interviews", lobte aber dessen Interviewstil und meinte, die "ZiB2" sei "eine der wirklich wichtigen politischen Sendungen, die wir in Österreich haben". Der von der FPÖ unterstützte ORF-Technikvizedirektor Thomas Prantner hatte in einem "Profil"-Interview die ORF-Information massiv kritisiert: Prantner sprach von "Vehörmethoden" und Interviewpartnern "auf der Anklagebank".

Kern glaubt auch daran, dass sich eine ORF-Reform in dieser Legislaturperiode trotz Aufschiebung der eigentlich schon für April vorgesehenen Enquete noch ausgehen könnte: "Mit gutem Willen ist das möglich." Der ORF müsse eine "möglichst unabhängige und möglichst arbeitsfähige Struktur" bekommen. Was das genau bedeutet, lässt er offen. Nur so viel: Die TV-Information soll einem neuen Channel-Manager zugeordnet werden.

Presseförderung und Inseratevolumen

In puncto Presseförderung sagte Kern, dass zentrale Fragen aktuell noch in Verhandlung seien. Jedenfalls sei diese "an Bedingungen zu knüpfen": Ihm seien neben der Einhaltung von Qualitätskriterien auch Kollektivverträge "im Sinne ordentlicher journalistischer Arbeitsplätze" wichtig. Damit Gratiszeitungen künftig auch in den Genuss von Presseförderungen kommen, müssten sich diese ebenso an diese Mindeststandards halten.

"Mit Unbehangen" sieht Kern, dass öffentliches Geld in Millionenhöhe in Richtung Boulevardmedien fließen. Geht es nach ihm, gelte es, "davon wegzukommen, das als Instrument, um sich gewogenen Journalismus zu kaufen, einzusetzen". Bezugnehmend auf den Vorschlag von Medienminister Thomas Drozda (SPÖ), dass die Regierung in einem gemeinsamen Schaltplan große Themen bewerben solle, entgegnet Kern: "Das ist natürlich insofern schwierig, denn wenn du den Vorschlag machst zum Beispiel zu reduzieren bei 'Österreich' und dann erlebst, dass andere das wieder auffüllen, ist am Ende wenig gewonnen."
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