DJV: Türkische Journalisten in Deutschland sc...
 

DJV: Türkische Journalisten in Deutschland schützen

Maurizio Gambarini
ABD0001_20170124 - Der türkische Journalist Can Dündar nimmt am 23.01.2017 in Berlin an der Eröffnung des Online-Mediums «Özgürüz» in deutscher und türkischer Sprache der Plattform Correctiv teil. Gemeinsam mit den türkischen Journalisten Dündar und Bagdat soll der zunehmenden Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei etwas entgegengesetzt werden. Foto: Maurizio Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
ABD0001_20170124 - Der türkische Journalist Can Dündar nimmt am 23.01.2017 in Berlin an der Eröffnung des Online-Mediums «Özgürüz» in deutscher und türkischer Sprache der Plattform Correctiv teil. Gemeinsam mit den türkischen Journalisten Dündar und Bagdat soll der zunehmenden Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei etwas entgegengesetzt werden. Foto: Maurizio Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

"Es ist zu befürchten, dass der türkische Geheimdienst auch in Deutschland das vollendet, was zuvor an rechtsstaatlichen Hürden scheitert", warnte DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall.

Regierungskritische türkische Journalisten, die in Deutschland Zuflucht gefunden haben, seien gefährdet, so Überall. Dem müssten die deutschen Sicherheitsbehörden Rechnung tragen. Sie müssten etwa einen möglichen Fahndungsaufruf der Türkei über die internationale Polizeibehörde Interpol zu Can Dündar, dem in Deutschland lebenden Ex-Chefredakteur der türkischen regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet", ablehnen, forderte der DJV.

Mitte Februar war der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel nach einem Jahr in Untersuchungshaft freigekommen. Seine Inhaftierung hatte die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara über Monate massiv belastet. "Die Freilassung von Deniz Yücel darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Erdogan-Regime kritische Kolleginnen und Kollegen unnachgiebig verfolgt", mahnte Überall.

In der vergangenen Woche waren sechs türkische Mitglieder der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen in einer Geheimaktion aus dem Kosovo an die Türkei ausgeliefert worden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft der Bewegung die Unterwanderung des türkischen Staates vor und macht sie für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Der Vorgang aus dem Kosovo zeige, dass die türkische Staatsführung keinen Respekt vor rechtsstaatlichen Institutionen und ihren Entscheidungen habe, erklärte Überall.

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