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Digitalradiotestbetrieb startet am 28. Mai mit 14 Programmen

Start für den DAB+-Testbetrieb wurde zuletzt mehrfach verschoben

Die Digitalradio-Testbetrieb im Großraum Wien startet am 28. Mai mit 14 Programmen. Dies gab der Verein Digitalradio Österreich in einer Aussendung bekannt. Der Start für den DAB+-Testbetrieb wurde zuletzt mehrfach verschoben, nachdem der größte Privatsender Kronehit, der ORF sowie Antenne Steiermark und das oberösterreichische Life Radio ihre Teilnahme wieder zurückgezogen hatten.

Nun gehe es mit 14 Digital-Programmen los, wie es am Donnerstag hieß. Mit von der Partie sind Sender wie Radio Arabella, Radio NRJ, Lounge FM sowie die Kirchen-Stationen Radio Stephansdom oder Radio Maria. Daneben gehen laut Digitalradio-Verein auch Newcomer an den Start: Radio Technikum, ein Radiosender der FH Technikum Wien, oder Herold.at. Insgesamt würden "zehn neue Programme ausgestrahlt, die nur über DAB+ zu empfangen sind und damit die Programmvielfalt in Österreich erweitern", so die Veranstalter, die 20 Jahre nach dem Start des dualen Rundfunks in Österreich von einer "neuen Ära des Hörfunks" sprechen.

"Radio benötigt einen eigenen, kostengünstigen, terrestrisch-digitalen Verbreitungsweg. Nur so kann es als unabhängiges Medium langfristig bestehen. Eine reine Verlagerung des Radios ins Internet ist keine Alternative, weder hinsichtlich der Kosten noch hinsichtlich der Unabhängigkeit in der Verbreitung", erklärte Radio Arabella-Geschäftsführer Wolfgang Struber. Die Privatradios Kronehit, Antenne Steiermark und Life Radio, die wie der ORF nicht am Testbetrieb teilnehmen, arbeiten derzeit am Start eines Internet-basierten Radioplayer. Ab Sommer soll die Technologie am Markt sein und allen lizenzierten Radios offenstehen.

Beim Verein Digitalradio Österreich setzt man unterdessen auf die digital-terrestrische Verbreitung. DAB+-fähige Radiogeräte sind bereits ab 30 Euro im Handel erhältlich. Mehr Vielfalt an Programmen, Zusatzservices für Autofahrer und interaktive Diensten sowie einfache Sendersuche und rauschfreier Empfang sind laut Digitalradio Österreich die Vorteile der neuen Technologie. "Der Digitalradiostandard DAB+ bietet einen sehr effizienten Weg, terrestrischen Hörfunk störungsfrei auszustrahlen und kann nicht nur Audiosignale übertragen, sondern auch andere Daten wie Texte, Bilder und interaktive Elemente. Damit können neben Radioprogrammen auch multimediale Zusatzdienste angeboten werden", so Vereinsobmann Thomas Pöcheim.

Für den Pilotbetrieb in Wien gibt es Fördermittel aus dem Digitalisierungsfonds, wie Alfred Grinschgl, Geschäftsführer des Fachbereiches Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, erklärte. Es gehe darum, Rundfunkunternehmen dabei zu unterstützten, "eigene Erfahrungen mit neuen, digitalen Übertragungstechniken zu sammeln". Grinschgl hoffte zugleich, "dass sich bald auch noch andere wichtige, bisher skeptische Marktteilnehmer dem Projekt anschließen".

Spätestens 2017 will die Medienbehörde den Regelbetrieb technischer Digitalradio-Plattformen ausschreiben. Im Endausbau von DAB+ wären bis zu 24 bundesweite Radiosender in Österreich denkbar. Während es gegen den Digitalradio-Test in Österreich von den UKW-starken Radios noch Widerstand gibt, ist man in der Schweiz schon weiter. Dort will man Radioprogramme ab 2020 nur noch digital und hauptsächlich über DAB+ verbreiten. Spätestens 2024 soll der letzte UKW-Sender in der Schweiz vom Netz genommen werden.
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