Digitalradio: Wetten um Champagner
 

Digitalradio: Wetten um Champagner

Pro und Contra bei den Österreichischen Medientagen

Ein Dauerbrenner der Hörfunkszene wurde bei den Medientagen neu aufgerollt: Digitalradio beziehungsweise der vermutete Mehrwert für Markt und Konsumenten. Dazu diskutierten unter der Leitung von RTR-Geschäftsführer Alfred Grinschgl: Albert Malli (Hitradio Ö3), Rüdiger Landgraf (Kronehit), Florian Novak (LoungeFM) und Johannes Trottberger von Digitalradio Bayern. Die Ausgangslage ist klar: In England ist DAB seit Jahrezehnten on Air, über den Erfolg dort sind sich die Teilnehmer nicht einig, und das obwohl es vor kurzem eine Bildungsreise in Sachen DAB nach London gab. Rüdiger Landgraf: "Der erfolgreichste DAB-Sender hat nach zehn Jahren einen Marktanteil von 0,5 Prozent - das lässt einen schon nachdenklich werden." Auch Albert Malli sieht die Erfolgschancen mehr als skeptisch, und er erkennt auch keinen Bedarf: "Die Zuhörer wollen nicht einen eigenen Radiosender hören, sondern den, den die Kollegen auch hören. Radio bleibt ein Lagerfeuermedium."

Dem gegenüber stehen Florian Novak (LoungeFM), der sich mit seinem Entspannungssender auch beim DAB+-Neustart in Deutschland engagiert, und Johannes Trottberger, vom DAB+-Betreiber Digitalradio Bayern. Er fordert Malli gar zu einer Wette über eine Flasche Champagner, was den Erfolg von DAB+ in Österreich betrifft. In drei Jahren, bei den Medientagen 2014, wird man sehen wer die Wette gewonnen haben wird. Novaks und Trottbergers Hauptargumente: Die Endgeräte seien günstig, die Zuhörer wünschten sich mehr Angebote und hätten diese auch verdient. Und Novak wünscht sich vom ORF "mehr Mut" an Innovationen teilzuhaben.

Auf eine Sache konnte man sich indes einigen: Die gesamte heimische Radioszene blickt gespannt auf die kommenden Monate in Deutschland und wird anhand der Ergebnisse darüber entscheiden, wie es in Österreich mit DAB+ weitergehen wird.
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