Die Werbung ist schuld am Minus
 

Die Werbung ist schuld am Minus

Im ersten Quartal um 6,4 Millionen Werbeerlöse weniger als geplant.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und die Kaufmännische Direktorin Sissy Mayerhoffer haben die Mitglieder des Stiftungsrats in einem schriftlichen Bericht über die programmliche und wirtschaftliche Performance des ORF im ersten Quartal 2009: Demzufolge sei „wie alle Unternehmen auch der ORF von der massiven weiteren Verschlechterung der Konjunktur und damit der Werbekonjunktur betroffen.“ (Zitat Aussendung ORF). In Zahlen: Im ersten Quartal 2009 wurde laut ORF ein Umsatz von 212 Mio. Euro erzielt, was 2,3 Prozent unter dem Planwert liege. Die Programmentgelte vulgo Gebühren lägen „trotz gestiegener Arbeitslosenzahlen stabil auf Budgetkurs“, auch die sonstigen Umsatzerlöse – das sind beispielsweise Erlöse aus Rechtewerwertungen, aber auch aus Sonderwerbeformen vulgo Special Advertising -  lägen um 6,3 Prozent über dem Planwert. Aber: Der Wert in der klassischen TV- und Radiowerbung wurde um 6,4 Millionen Euro verfehlt. Statement ORF: „Konjunkturell bedingte Rückgänge waren insbesondere in den Branchen Finanzen, Dienstleistungen und internationale Markenartikel zu verzeichnen.“







Conclusio: „Das Konzern-EGT betrug im ersten Quartal -17 Millionen Euro, was praktisch zur Gänze auf die Unterplan-Entwicklung bei der klassischen Werbung zurückzuführen ist“. Für den weiteren Jahresverlauf erwartet die ORF Geschäftsführung „eine weiterhin schwache Konjunktur und damit Werbeentwicklung“. Ziel sei es, „das geplante Jahresergebnis 2009 von -28,9 Millionen Euro trotz der Konjunkturkrise zu halten“. Es wären bereits 30 Mitarbeiter abgebaut worden, 30 weitere sollen altersbeding ausscheiden. Weitere Umstrukturierungen sollen 4,5 Millionen Einsparungen erbringen. 







Zur Einschätzung der Dimensionen: Der ORF setzte 2008 886 Millionen Euro um – 504 Millionen aus Gebührengeldern, 263 Millionen aus Werbeerlösen (klassisch). Der ORF selbst gibt seine Mitarbeiterzahl im Standard-Ranking mit 3373 Personen an, inklusive Töchter 4239 Personen. Das Ergebnis 2008 war mit 79 Millionen Euro negativ – nicht ganz zehn (!) Prozent.
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