Die TV-Quoten 2019: Wer gewinnt, wer verliert
 

Die TV-Quoten 2019: Wer gewinnt, wer verliert

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Das Seherverhalten bei den in Österreich vermarkteten Sendern 2019 im Check
Das Seherverhalten bei den in Österreich vermarkteten Sendern 2019 im Check

HORIZONT zieht Bilanz übers zu Ende gehende Fernsehjahr: Die ORF-Sender voran aber abnehmend, heimisches Privat-TV legt zu. Und die Spartensender wachsen weiter.

Ingesamt wachsender Fernsehkonsum bei gleichzeitig fortschreitender Fragmentierung des Marktes und einem steigenden Angebot an konkurrierenden Streamingdiensten - drei Faktoren, die die heimische TV-Landschaft auch 2019 prägten. Wie sich die in Österreich vermarkteten TV-Kanäle und -Gruppen im ablaufenden Jahr geschlagen haben, analysiert HORIZONT anhand der Marktanteilsergebnisse der 25 größten Sender (Werte 1.1. -16.12. 2019, KaSat, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; exkl. deutsche Öffentlich-Rechtliche).

Seher ab zwölf Jahren: ORF dominiert

Am Gesamtmarkt, bei den Sehern älter als zwölf Jahre, liegt der ORF mit seinen beiden Hauptsendern ORF 2 (19,7 Prozent) und ORF1 (8,8 Prozent) weiter klar in Front. Das jünger positionierte und gerade im Umbau begriffene ORF1 muss freilich Quotenverluste von 1,9 Prozentpunkten hinnnehmen. ORF 2 bilanziert mit einem Plus von 0,5 Punkten. RTL ist stärkster Privatsender (4,0 Prozent, minus 0,3 im Vergleich zu 2018), gefolgt von VOX und Pro 7 (jeweils 3,5 Prozent).

Die heimischen Privatsender ATV und Puls 4 liegen mit Sat.1 gleichauf am sechsten Platz des Rankings der (vermarkteten) TV-Anbieter, kommen auf jeweils 3,3 Prozent Quote. ServusTV folgt auf der 9 mit 3,0 Prozent (plus 0,7 Prozentpunkte). Bemerkenswert: Während die großen, aus Deutschland einstrahlenden Sender eher Marktanteile einbüßen, scheinen österreichische Anbieter durch die Bank mit Zuwächsen auf. Eine Folge der verstärkten Konzentration auf regionalen, österreichischen Content. Und bei ServusTV mit deutlichem Schwerpunkt eben darauf auch Folge der Einkaufspolitik bei Sportrechten.

Wachstum gibt's bei den Sendern deutschen Ursprungs dafür im Spartenbereich: Die Sieger innerhalb der RTL-Gruppe heißen etwa Nitro (jetzt 1,4 Prozent) und RTLplus (1,0 Prozent), innerhalb P7S1-Österreich legt Sat.1 Gold gut zu (jetzt 1,8 Prozent).

Zielgruppe zwölf bis 49 Jahre: Wachstumssieger ATV

Der Erfolg der heimischen Privaten ist vor allem einer in der vermarkteten Zielgruppe. Hier legt ATV von 4,0 auf 4,6 Prozent zu, der Schwestersender ATV 2 von 1,1 auf 1,4. Puls 4 ist mit 4,8 Prozent Quote in der Zielgruppe der bis 49-Jährigen führender heimischer Privatanbieter (plus 0,3 Prozentpunkte). An der Spitze dieses Rankings liegt ORF1 mit 10,7 Prozent (minus 2,9 Punkte im Vergleich), vor ORF 2 (9,6 Prozent), Pro 7 (7,2) und RTL (5,7).

P7S1 ist stärkste Sendergruppe bei jungen Sehern

Mit ihren in Summe zehn TV-Sendern ist die P7S1-Gruppe am Markt der bis 49-jährigen Seher klar voran. Auf in Summe 30,6 Prozent Quote kommen Pro 7, Puls 4 und Co. Der ORF (mit vier Sendern) hält 22,2 Prozent. Die von IP Österreich vermarkteten, sieben TV-Kanäle der RTL-Gruppe kommen zusammen auf 18,0 Prozent und legen dabei heuer um 0,8 Punkte zu.

Am Gesamtmarkt und nach Gruppen besehen ist der ORF freilich weiter Nummer eins. 31,3 Prozent Marktanteil 2019 bedeuten ein Minus von 1,1 Punkten gegenüber 2018, als mit Olympia und Fußball-WM zwei TV-Großereignisse am Programm standen. Dennoch: Rund ein Drittel des österreichischen Sehermarktes im linearen TV gehört immer noch dem ORF.

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