Die Scheinwerfer an!
 

Die Scheinwerfer an!

Editorial von Sebastian Loudon, Herausgeber (HORIZONT 38/2014)

Helmut Hanusch, der alte Fuchs der Ver­legerszene, gehörte zu den Ersten, die das Potenzial unserer Initiative Medien-­Zukunftspreis auf den ersten Blick erkannt und uns seither mit Rat und Tat unterstützt haben. Es sollten viele folgen, aber es blieb Hanusch vorbehalten, uns jene Formulierung mitzugeben, die seit Beginn unser internes Halteseil darstellt. Diese Initiative solle, so Hanusch, „den Scheinwerfer auf Lösungen richten“. In einer Branche, die nach vielen fetten Jahrzehnten generell nicht als rasend innovationsfreundlich gilt, wo Verzweiflung und Hybris, Desorientierung und ­Hypes so nah beieinanderliegen, soll der Medien-Zukunftspreis die Aufmerksamkeit auf innovative und mutige Entwicklungen lenken, von denen alle das eine oder andere lernen können.

Dass wir mit dieser Initiative einen Nerv getroffen haben, wurde uns zunächst angesichts der ­Begeisterung und Tatkraft jener bewusst, die wir zur Mitwirkung im eigens dazu eingerichteten Zukunftsforum eingeladen haben. Allen voran war das Hannes Haas, der von allen Seiten so schmerzlich vermisste Kommunikationswissenschaftler, der bereitwillig den Vorsitz unseres Zukunftsforums übernahm und die Initiative, wie sie heute dasteht, maßgeblich mitgeprägt hat. Haas verstarb im März dieses Jahres, nach kurzer Krankheit und viel zu früh. Der Medien-Zukunftspreis und seine weitere Entwicklung sollen ihm als ­Andenken dienen.

Nun aber die Sieger (siehe auch Seite 23): Was sehen wir im gleißenden Licht der Scheinwerfer? Was können wir von diesem Anblick mitnehmen? Was will uns die Jury damit sagen? Ganz bestimmt so viel: Journalismus hat Zukunft und neue Wirkungsstätten und -formen. Sowohl dossier.at als auch neuwal.com stehen für ernsthaften Onlinejournalismus, themenbezogene Aufbereitung von Inhalten, die starke Visualisierung von Daten, neue Finanzierungsformen beziehungsweise die konsequente Besetzung von Nischen. Bei FastCast wiederum steht die Sprengung technologischer Grenzen im Mittelpunkt des Scheinwerferlichts, der Mut, weite Sprünge zu machen, neue Formate zu schaffen und damit neue Felder für Kooperationen aufzuarbeiten. Weil jene 27 Einreichungen, die es nicht an die Spitze einer Kategorie geschafft haben, aber auch mit vielem aufwarten, das der ganzen Branche als Inspiration zu dienen vermag, werden wir sie in den kommenden Wochen und Monaten in dieser Zeitung vorstellen.

Mit den Präsentationen der Preisträger bei den Medientagen geht das erste volle Jahr dieser Initiative in seine Endphase. Wir danken unseren Partnern und allen, die uns bis jetzt begleitet haben. Und wir tüfteln schon daran, wie sie sich im kommenden Jahr weiterentwickeln kann. Das Ziel bleibt jedenfalls das gleiche: Schein­werfer auf Lösungen eben.
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