Die Presse ist nicht frei
 

Die Presse ist nicht frei

Die Pressefreiheit in Österreich befindet sich im internationalen Vergleich unter 173 Ländern im Spitzenfeld.- Reporter ohne Grenzen veröffentlichen "World Press Freedom Index 2008".

Das zeigte der am Mittwoch von Reporter ohne Grenzen (RSF/ROG) in Wien veröffentlichte "World Press Freedom Index 2008" (Weltpressefreiheits-Index).

Demokratische Staaten wie die USA oder Israel, die bewaffnete Konflikte austragen, sind in der heute veröffentlichten Rangliste weiter abgerutscht. Einige wirtschaftlich schwache Länder in Afrika und in der Karibik sind dagegen aufgestiegen. Österreich ist auf Platz 14, Deutschland steht auch in diesem Jahr wieder auf Rang 20. Schlusslichter bleiben Eritrea (173.), Nordkorea (172.) und Turkmenistan (171.). China (167.) und Kuba (169.) rangieren unter den letzten Zehn. 







Auf den ersten 20 Plätzen der Rangliste stehen, bis auf Neuseeland und Kanada, ausschließlich europäische Länder. Bei den EU-Ländern nimmt Luxemburg (1.) den besten und Bulgarien (59.) den schlechtesten Rang ein. Italien (44.) und Spanien (36.) erreichten ebenfalls nur mittelmäßige Wertungen. Deutlich verbessert haben sich einige lateinamerikanische und karibische Staaten wie Jamaika (21.) und Costa Rica (22.). Nur einige Ränge dahinter stehen Suriname (26.) und Trinidad und Tobago (27.). Diese kleinen karibischen Staaten haben deutlich besser abgeschnitten als Frankreich (35.), das erneut zurück gefallen ist, sowie Spanien (36.) und Italien (44.).







Die Länder an der Spitze der Rangliste unterscheiden sich stark in ihrer Wirtschaftskraft. Das Bruttoinlandsprodukt von Island (1.) ist etwa zehnmal größer als das von Jamaika. Unter Beschuss von Kriegsparteien und repressiven Regimen Länder wie der Irak (158.), Pakistan (152.), Afghanistan (156.) oder Somalia (153.) bleiben "schwarze Zonen" auf der Weltkarte der Pressefreiheit. Journalisten in Peking, Shanghai, im Iran (166.), Usbekistan (162.) oder Simbabwe (151.) tragen weiterhin hohe Risiken. In Burma (170.) gelten Journalisten seit Jahren als Feinde des herrschenden Regimes. In Gabun (110.), Kamerun (129.), Marokko (122.), Oman (123.), Kambodscha (126.), Jordanien(128.) und Malaysia (132.), ist es beispielsweise streng verboten, über den Präsidenten oder Monarchen und deren Familien kritisch zu berichten.







Nur wenige Länder konnten sich verbessern. Dazu zählt der Libanon (66.), der jahrelang wegen tödlicher Angriffe auf Journalisten auf einem schlechteren Platz rangierte. Haiti (73.) steigt langsam auf, genau wie Argentinien (68.) und die Malediven (104.). Mauretanien (105.) setzte den Demokratisierungsprozess nicht fort und konnte daher keinen weiteren Aufstieg verzeichnen. Von Zensurmaßnahmen weggewischt wurden die leichten Erfolge der vergangenen Jahre im Tschad (133.) und im Sudan (135.). 







Die wichtigsten Entwicklungen in den GUS-Staaten spielten sich im Kaukasus ab: Armenien (102.) und Georgien (120.) erklärten den Ausnahmezustand. In Georgien gerieten bei Kriegsausbruch Journalisten in die Schusslinie. Die hinteren Ränge belegen weiterhin Weißrussland (154.) sowie die zentralasiatischen Staaten mit Usbekistan auf Rang 162 und Turkmenistan auf Rang 171.








Die komplette Liste finden Sie hier als PDF.
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