'Die Nische wird die neue Norm'
 

'Die Nische wird die neue Norm'

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Mit einer Wachstumsoffensive gibt WH Medien, eine Wien-Holding-Tochter, in deren Zentrum der Stadtsender W24 steht, in Wien kräftige Lebenszeichen von sich

Wiens Bedeutung als Österreichs Me­dienzentrum nimmt zu. Momentan ­haben mehr als 9.000 Medienunter­nehmen ihre Zelte in der Hauptstadt aufgeschlagen – das entspricht 38 Prozent aller Branchenteilnehmer in ­Österreich. Sie erzeugen von hier aus mittlerweile über drei Milliarden Euro Bruttowertschöpfung. Damit stammt fast die Hälfte der Bruttowertschöpfung des Medienbereichs aus Wien. Diese „Verclusterung“, also die geballte Konzentration von Know-how auf verhältnismäßig kleiner Grundfläche, verleiht herrschenden Trends und laufenden Entwicklungen quasi einen „Turbo Boost“: Klassisches Fernsehen und ­Digital wachsen rasch zusammen, ­Medienunternehmen werden im Zuge der „Coopetition“ immer stärker als Technologiebetriebe wahrgenommen. Erfolgreiche Innovation zieht natürlich auch Werber an: Die TV-Spendings steigen gegen den allgemeinen Trend, und auch die Zuschauerminuten vermelden anhaltendes, wenn nicht sogar steigendes Interesse an den Produktionen aus den Medienclustern.

Das ideale Umfeld für die Wien-­Holding-Tochter WH Medien, die vorwiegend im Bereich Fernsehen und ­digitale Medien tätig ist. Hier im Zen­trum des Medienclusters der Wien ­Holding will das Unternehmen am digitalen Wachstums- wie am regionalen TV-Markt mehr kommunale Verantwortung übernehmen. Die Konzernmutter Wien Holding hat sich zukunftsorientierte und nachhaltige Projekte auf die Fahnen geschrieben. „Erklärtes Ziel ist, Wirtschaftswachstum anzukurbeln, Arbeitsplätze zu schaffen und damit die Lebensqualität für die Wienerinnen und Wiener insgesamt zu erhöhen“, fasste Wien-Holding-Geschäftsführerin Sigrid Oblak im Rahmen einer Presseveranstaltung am Montag, dem 12. Mai, zusammen.

„Der Mediencluster mit WH Medien im Zentrum ist ein wichtiger Wachstumsbereich in unserem Konzern. Wir investieren und denken langfristig in den Bereichen Technologie, Standort und Personal“ – drei Bereiche, die sich in den Grundprinzipien von WH Medien spiegeln: „Partnerschaft mit der und für die Medienlandschaft, Werteschaffen in Zeiten des Sparwahns sowie Corporate Responsibility als Arbeitgeber“, so Oblak.

Wachstumsoffensive

Diese Prinzipien werden im Beteiliungsportfolio, dem operativen Herzstück des Holding-Medienclusters, deutlich: Darin findet sich der Stadtsender W24 ebenso wie UPC, der überregionale TV-Vermarkter IR9, aber auch ein 33-Prozent-Paket am Fernseh- und Filmproduzenten Öko Media. Mit hoher Bandbreite soll nun in den nächsten Jahren der wachsende Markt beackert werden. Dazu wurde in den vergangenen zwei Jahren gehörig umgebaut: „Wir haben den Mediencluster der Wien Holding in den letzten zwei Jahren auf völlig neue Beine gestellt und bewusst in zukunftsfähige Wachstumsbereiche investiert“, so der für Kom­munikation und Strategie zuständige ­Geschäftsführer der WH Medien, Marcin Kotlowski.

Bewegtbild, digitale Medien und Vermarktung bilden dabei die zentralen Standbeine dieser Strategie. Entsprechend wird beispielsweise der Stadtsender W24 zukünftig noch mehr als bisher auf Nachrichteninhalte und Live setzen. „Die Nische wird die neue Norm“, malt Kotlowski ein Bild der nächsten sechs bis zehn Monate. „Wir wollen so nahe an der Stadt sein wie kein anderer. Wenn etwas passiert, sind auch wir vor Ort.“ Stärkere Präsenz macht personelle und finanzielle Investitionen notwendig. WH Medien fährt daher einen bis 2016 projizierten of­fensiven Wachstumskurs, wie Finanz-­Geschäftsführer Markus Pöllhuber ­bestätigt: „Wir möchten um 25 Prozent mehr Arbeitsplätze schaffen, ein Umsatzplus von zwei Millionen Euro in der Gruppe generieren und in den Jahren 2014 bis 2016 2,5 Millionen Euro investieren“, verspricht Pöllhuber.

Dieser Artikel erschien bereits am 16. Mai in der HORIZONT-Printausgabe 20/2014. Hier geht's zur Abo-Bestellung.
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