Die mediale Osterweiterung: East needs West u...
 

Die mediale Osterweiterung: East needs West und umgekehrt

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"Mediale Osterweiterung bedeutet nicht den Verkauf von Produkten in schlechtem Englisch". Diskussionsleiter Prof. Paul Lendvai eröffnete die Runde "East needs West" mit launischen Worten.

"Mediale Osterweiterung bedeutet nicht den Verkauf von Produkten in schlechtem Englisch". Diskussionsleiter Prof. Paul Lendvai eröffnete die Runde "East needs West" mit launischen Worten. "East needs west, aber west needs east auch. Es waren nicht nur karitative Überlegungen, dass Murdoch und andere in East als Medienunternehmer tätig wurden."Dr. Horst Pirker, Vorstandsvorsitzender der Styria Medien AG, meinte, dass nicht alles was Osten ist, auch tatsächlich auch dort liegt. "Es gibt auch einen interessanten Süden und Norden."Und fügte hinzu, dass wir nicht in unsterblicher Arroganz annehmen sollten, dass irgendjemand Österreich brauchen könnte. "Österreich ist East, zumindest im Medienbereich und braucht dringend den Westen – siehe News, TV-Media, Krone, Kurier, Format." Allerdings gesteht Pirker ein, dass es eine zärtliche österreichische Offensive Richtung Osten gibt.

Als Beispiel führt er den Vorarlberger Verleger Eugen A. Ruß und die Raiffeisengruppe Oberösterreich an, die mit der Passauer Verlagsgruppe erfolgreiche Expansionen unternommen hat. Pirker: "Auch wir bemühen uns, aber wir glauben, dass wir den Osten brauchen, um unsere eigene Entwicklungs- und Überlebensfähigkeit zu sichern." Pirker ist der Auffassung, dass die einzige brauchbare Rolle, die wir im Osten spielen sollten, eine gesellschaftspolitische Verantwortung ist.

Der Vorarlberger Verleger Eugen A.Ruß hat vor acht Jahren drei Zeitungen im Osten Ungarns übernommen. "Wir haben nur einen österreichischen Geschäftsführer, sonst liegt die Verantwortung bei den ungarischen Kollegen." Zusätzlich wurden Gratiswochenzeitungen gegründet und diesen Herbst startet man mit regionalen Internetportalen. Ruß:"Österreich ist ein medialer Zentralfriedhof. Unser Engagement im Osten bringt den Vorteil, das unsere Gesamtgruppe gestärkt wird und die Risikoverteilung auf mehrere Märkte verteilt ist."Das Wachstum in Ungarn ist rasant (5,6%) und der Werbemarkt wächst noch stärker. Die Ruß-Zeitungen haben den Breakeven längst errreicht und die Umsatzrenditen bezeichnet der Medienmacher als "sehr profitabel". Ruß: "Die Konzepte aus dem Westen funktionieren zu 100 Prozent auch im Osten, nur muss man sie vor Ort anpassen.

"Vladimir Johanes, Geschäftsführer von Grey Prag, spricht aus der Schule vor Ort: "Es ist wirklich lebensnotwendig einen lokalen Partner zu haben, der einem dort die "clever guys" zeigt." Erfolgreich agiert auch das Plakatunternehmen von Dr. Heinrich Schuster in den ehemaligen Ostblockstaaten. "Wie haben gute Erfahrungen gesammelt. Aber es funktioniert nur, wenn man diese Beziehung nicht als Einbahnstraße sieht. Man kann nicht im Kolonialstil agieren. Wir haben in Polen, Ungarn, Tschechien, Kroatien und der Slowakei Geschäftsführer, die eigenverantwortlich agieren."Den Vorteil der Österreicher im Osten sieht Schuster darin, dass sie spezifische Situationen sensibel wahrnehmen. "Wir haben erstmals gelernt uns wirklich auf einem freien Markt zu bewegen."

Yves Elsen, Marketingdirektor der SES (Societe Europeenne des Satellites), sieht in Osteuropa noch ungeheure Marktpotentiale. Elsen: "In Westeuropa gibt es 11 Millionen Fernsehhaushalte, in Osteuropa 140 Millionen. Darum ist dort noch ein großes, natürliches Wachstum zu erwarten." Für Elsen, der in Polen bereits mehr als 500.000 Haushalte direkt über Astra-Satellit versorgt, ist "die mediale Integration des Ostens längst vollzogen." (gk, juju)


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