„Die Marke in der Tiefe zu verankern“
 

„Die Marke in der Tiefe zu verankern“

Johannes Brunnbauer

„Trash vs. Fiction Reality: Die traditionellen Illustrierten und die neuen Online-Magazine“: Nach Ansicht der Verlagshäuser sind „starke Marken“ die Zukunft des Magazinjournalismus.

Stefan Häckel, CEO der Vice D-A-CH-Holding, Manuela Kampp-Wirtz, Geschäftsführerin der BurdaStyle Group und Moritz von Laffert, CEO von Condé Nast Deutschland, diskutierten am zweiten Tag der Österreichischen Medientage unter dem Titel „Trash vs. Fiction Reality: Die traditionellen Illustrierten und die neuen Online-Magazine“ über die zukünftigen Herausforderungen im Magazinjournalismus. Moderiert wurde das Panel von Uschi Pöttler-Fellner (Echo Medienhaus). Laffert betonte gleich am Beginn der Diskussion, dass Verlagshäuser sich darüber bewusst werden müssen, welche Vielzahl an Möglichkeiten es eigentlich gibt, Inhalte abseits des klassischen Geschäfts zu monetarisieren. Condé Nast verfolge den Weg „Marken in der Tiefe zu verankern“, so Laffert.  Auf Print werde immer noch ein Schwerpunkt gelegt.

Bei der BurdaStyle Group verfolge man für Marken wie Elle, InStyle, Harper’s Bazaar oder Bunte eine ähnliche Strategie, wie Manuela Kampp-Wirtz in der Diskussion erklärte. Die Stärkung der Marke orientiere sich aber vor allem am Leser. „Wir haben den Konsumenten in den Mittelpunkt gestellt und erschaffen so viel Touchpoints wie möglich. Man kann den Turnout schaffen, aber wir sind nicht naiv. Es kostet auch sehr viel Kraft“, so Kampp-Wirtz. Wichtig ist laut der BurdaStyle-Geschäftsführerin auch Ereignisplattformen zu schaffen: „Man muss die Marke erlebbarer machen. Wir sehen, dass die Auflagen wieder hochgehen, wenn wir auf mehreren Kanälen erlebbar sind.“ Nach Ansicht von Vice DACH-CEO Stefan Häckel  müssten Verlagshäuser in Zukunft „unternehmerischer“ werden: „Wir haben uns beschwert über nicht steigende Auflagezahlen und über rückläufige Werbeeinahmen und haben aber keinen Gegenentwurf entwickelt.“ Immer neue Produkte zu launchen und diese auf den Markt zu werfen, sei „kein nachhaltiges Wirtschaften“, so Häckel. Vice konzentriere sich darauf, Geschichten abseits der Nachrichten zu finden - und diese Strategie finde auch Anklang bei der „loyalen“ und jungen Leserschaft. „Werte sind wichtiger als Besitz. Die Geschichte, die menschlich ist, ist wichtiger als die politische Headline“, so Häckel.


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