Die Kraft der Quote
 

Die Kraft der Quote

Im Rahmen des 11. Journalistinnenkongresses kündigte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek eine verpflichtende Frauenquote für den ORF an.

Rund 380 Teilnehmerinnen kündigten ihr Kommen zum heutigen Journalistinnenkongress im Haus der Industrie am Schwarzenbergplatz an, um frauenspezifische Themen zu besprechen und um sich mit Branchenkolleginnen zu vernetzen. Im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten meinte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek: "Wir werden im ORF-Gesetz eine Quote festschreiben". Diese Quote liegt laut Heinisch-Hosek bei 45 Prozent, das Ziel läge aber nach wie vor bei einer 50 Prozent-Regelung. Die Quotenregelung sagt aus, dass so lange Frauen für Posten bevorzugt werden, so lange die vorgeschriebenen 45 Prozent nicht erfüllt sind.

Die Aussagen zu den Quoten von Heinisch-Hosek, die dabei auch von Familienministerin Christine Marek bekräftigt wurde, verursachte bei Politikvertretern Verwirrung. Gegenüber der APA ließ ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf dementieren, dass es eine Quotenregelung im ORF-Gesetz geben werde. "Ich bin ein Gegner von Quotenregelungen, in dieser Form wird das sicher nicht stattfinden...Das war auch nicht mit uns vereinbart", so Kopf. Die SPÖ stellte sich hingegen hinter die Frauenministerin und will der Quotenregelung im ORF-Gesetz Platz einräumen. Auch Kongressorganisatorin Maria Rauch-Kallat zeigt sich von der Verlautbarung Heinisch-Hoseks erfreut: "Wie schon bei der Frauen-Enquete im Parlament letzte Woche mehrfach festgestellt, ist die Quote zwar keine elegante Lösung, aber eine, die wirkt!".

Der ORF sieht die Angelegenheit im Gegensatz zur Politik eher entspannt: "Wir freuen uns, wenn unsere gelebte Praxis in die Gesetzgebung Eingang findet.", so ORF-Kommunikationschef Pius Strobl.
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