Die besten Journalisten des Landes
 

Die besten Journalisten des Landes

Kramar-Schmid beste Journalistin - Orter für Lebenswerk geehrt - Cuturi "Verleger des Jahres" - ORF wieder beste Redaktion

Unter den Prämierten fanden sich viele Vor- und Vorvorjahressieger, die es auch heuer wieder an die Spitze der besten Journalisten ihrer Branche schafften. Beste Journalistin des Jahres 2012 wurde - passend zur aktuellen von Skandalen und Korruptionsfällen geprägten Zeit - eine Aufdecker-Journalistin, nämlich Ulla Kramar-Schmid vom "profil", die auch in der Kategorie "Investigation" siegte. Am Dienstagabend fand die alljährliche feierliche Prämierung des von der Branchenzeitschrift "Der Österreichische Journalist" initiierten Preises statt, zu der sich wie immer die Haut Vole der Branche in Wien versammelte.

Es brauche auch künftig Redaktionen, in denen Journalisten "genug Zeit haben, sorgfältig zu recherchieren, so dass sie ihre Rolle als vierte Gewalt wahrnehmen können", betonte Kramar-Schmid. Ein No-Go ist für die Redakteurin, die als erste Frau zur "Journalistin des Jahres" gekürt wurde, der Gedanke, dass man Berichterstattung über Inserate kaufen kann. "Diese Verknüpfung halte ich für unzulässig und auch für einen Affront für das Selbstverständnis von Herausgebern, Chefredakteuren und Journalisten", so Kramar-Schmid, die sich wünschte, dass Journalisten auch in Zukunft nicht als verlängerte PR-Werkbank von Regierungen und Unternehmen dienen.

Friedrich Orter für Lebenswerk ausgezeichnet

Standing Ovations gab es für den kürzlich in Pension gegangenen ORF-Journalisten Friedrich Orter, der für sein Lebenswerk und für seine engagierte Berichterstattung von 14 Kriegen ausgezeichnet wurde. In seiner sehr persönlich gehaltenen Dankesrede würdigte er seine verstorbene Frau, die ihm "stets den Mut gegeben hat, in Krisengebieten Mut zu haben" und entschuldigte sich bei seiner Tochter, die auf Grund seines Berufs zu oft auf ihn verzichten musste. Laudator Paul Lendvai zollte Orter, der eine Art "Einmann-CNN" gewesen sei Respekt, würdigte vor allem dessen Mut und betonte, er habe "bewiesen, dass man im österreichischen Fernsehen etwas produzieren kann, das eine Seltenheit ist".

Andreas Cuturi ist "Verleger des Jahres 2012"

Zum "Verleger des Jahres 2012" wurde der Herausgeber der "Oberösterreichischen Nachrichten", Rudolf Andreas Cuturi, gekürt. Er habe "Jahrzehnte hindurch mit großem Augenmaß die Neuerungen durchgesetzt, die notwendig sind. Zugleich erteilte er aber bravourösen Kunststücken eine Absage", urteilte die Jury. Auch Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl betonte in seiner Laudatio, dass Cuturi neben Tradition immer auch für Innovation sorge und diese nie als Risiko, sondern als Chance betrachte. Er habe die "Oberösterreichischen Nachrichten" zu einem sehr erfolgreichen und ökonomisch unabhängigen Blatt gemacht.

Frido Hütter ist "Kulturjournalist des Jahres"

Bereits zum sechsten Mal wurde Frido Hütter, der unlängst seinen Abgang als Kulturchef der "Kleinen Zeitung" bekannt gegeben hat, zum "Kulturjournalist des Jahres" gekürt. Ex-Staatsoperndirektor Ioan Holender würdigte ihn als einen von wenigen Journalisten, der "sich seiner hohen Verantwortung bewusst ist und immer Äquidistanz zu jenen hält, über die er schreibt. Er ist ein immer einsamer werdender Fels in der Brandung: Kompetent, neugierig und man kann nicht abschätzen, was er schreiben wird."

"Chefredakteur des Jahres" ist Hubert Patterer

"Chefredakteur des Jahres" wurde einmal mehr Hubert Patterer von der "Kleinen Zeitung". Als bester Außenpolitik-Journalist wurde Christian Ultsch von der "Presse" gewählt, in der Kategorie Innenpolitik landete Andreas Koller von den "Salzburger Nachrichten" auf Platz eins. In der Wirtschaft siegte Michael Nikbakhsh vom "profil" und im Sport Christian Hackl vom "Standard". Die Kategorie Kolumnisten ging an Rainer Nikowitz vom "profil", Unterhaltung an den für ORF und "Kurier" tätigen Karl Hohenlohe. Zum besten Fotografen wurde Matthias Cremer vom "Standard" gewählt. Die beste "Redaktion des Jahres" war zum dritten Mal der ORF.

(APA/red)
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