Deutsche Journalistin Tolu muss in der Türkei...
 

Deutsche Journalistin Tolu muss in der Türkei in Haft bleiben

Andreas Arnold
Ein Mann demonstriert für die Freiheit von Mesale Tolu und allen politischen Gefangenen in der Türkei am 11.10.2017 in Frankfurt am Main (Hessen). Mesale Tolu wurde in Ulm geboren, sie hat an der Uni Frankfurt studiert und in Istanbul als Reporterin und Übersetzerin gearbeitet. Der deutschen Journalistin wird von den türkischen Behörden Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen. In der Mainmetropole haben rund 50 Menschen mit einem Fahrrad- und Autokorso für die Freilassung der Journalistin demonstriert. Foto: Andreas Arnold/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Ein Mann demonstriert für die Freiheit von Mesale Tolu und allen politischen Gefangenen in der Türkei am 11.10.2017 in Frankfurt am Main (Hessen). Mesale Tolu wurde in Ulm geboren, sie hat an der Uni Frankfurt studiert und in Istanbul als Reporterin und Übersetzerin gearbeitet. Der deutschen Journalistin wird von den türkischen Behörden Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen. In der Mainmetropole haben rund 50 Menschen mit einem Fahrrad- und Autokorso für die Freilassung der Journalistin demonstriert. Foto: Andreas Arnold/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Das Gericht in Silivri bei Istanbul folgte dem Antrag von Tolus Anwälten nicht, ihre Mandantin bis zu einem Urteil auf freien Fuß zu setzen.

Die seit mehr als fünf Monaten in der Türkei inhaftierte deutsche Journalistin Mesale Tolu muss in Untersuchungshaft bleiben. Der Antrag von Tolus Anwälten, ihre Mandantin bis zu einem Urteil auf freien Fuß zu setzen, bekam am Mittwochabend keine Zustimmung. Das Gericht beschloss die Freilassung von acht Angeklagten, sechs weitere müssen in U-Haft bleiben, darunter Tolu.

Die acht Beschuldigten, deren Freilassung verfügt wurde, dürfen bis zu einem Urteil das Land nicht verlassen und müssen sich regelmäßig bei der Polizei melden. Weitere vier der insgesamt 18 Angeklagten waren bereits vor Prozessbeginn unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Zum Prozessauftakt hatte Tolu die gegen sie erhobenen Terrorvorwürfe am Mittwoch zurückgewiesen. "Ich fordere meine Freilassung und meinen Freispruch", sagte sie. "Ich habe keine der genannten Straftaten begangen und habe keine Verbindung zu illegalen Organisationen."

Der 32-Jährigen und den weiteren 17 Angeklagten wird Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation vorgeworfen. Dabei soll es sich um die linksextreme MLKP handeln, die in der Türkei als Terrororganisation gilt. Der Deutschen drohen nach Angaben ihrer Anwältin Kader Tonc bis zu 20 Jahre Haft. Die Verhandlung wird am 18. Dezember in Istanbul fortgesetzt.
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