Der crossmediale Mythos
 

Der crossmediale Mythos

Die Medientage und Medienmesse werden sich in unterschiedlichen Panels, Medienforen und Diskussionsgruppen, Ausstellerständen mit dem Thema Crossmedia auseinandersetzen.

Kaum ein Begriff wird in den aktuellen Mediendebatten mehr strapaziert als Crossmedia. Während die einen darunter das Zusammenwachsen von Online- und Offline-Redaktionen in Medien meinen, verstehen die anderen den Mix aus Infotainment, Entertainment und e-Commerce darunter. Dritte wiederum meinen neue, für sich unique Formen des Multimedia, das Elemente von Print, TV und Web 2.0 miteinander auf neuen Plattformen zu einer neuen Ästhetik verknüpfen.

Fakt ist: Die User haben ihre Medienkonsumgewohnheiten radikal geändert.







Online First




Ist das Motto vieler Printmedien, die sukzessive auf Online-Aktualität setzen und die Redaktionen ineinander verschmelzen lassen. Qualitätszeitungen im Print erhalten damit neue, vor allem kommentierende, zusammenhängende, erhellende Funktionen und sichern sich so ihre Märkte. Online First und ein damit verbundenes Alerting-Service reagieren auf die neuen Konsumgewohnheiten der News-mindend-Community: rasche, knappe Information über das Web, Hintergrund, Tiefenanalyse im Print-Medium.







Crossmedia und Multimedia




Dass man im Online-Segment durch Abos oder kostenpflichtige Downloads nicht reüssieren kann, hat die neue Burda Crossmedia-Chefin Christiane zu Salm, erst vor wenigen Wochen in einem FAZ-Interview ausführlich dargelegt. Sie und der in dieser Hinsicht äußerst umtriebige Burda-Verlag setzen auf Crossmedia: bis hin zu Online-Shops, e-Commerce-Anbindungen, um die Kosten zu refinanzieren. Multimedia-Portale wie Spiegel, Focus in Kürze auch News Networld haben den Anspruch, alle denk- und realisierbaren Channels zu nutzen.

Crossmedia-Kooperationen mit TV sind gang und gäbe: Das Internet-Portal der WAZ-Gruppe „Der Westen“ übernimmt Video-News des WDR, „Die Zeit“ will mit dem ZDF und dessen Mediathek kooperieren, Murdochs News Corporation verschmilzt den Fox Business-Channel und das Wallstreet Journal zu einem einzigen großen Cross- und Multimedia-, Finance- und Business-News-Portal.







Multiple Portale




Kaum ein Printmedium verzichtet heute auf Multimedia-Online-Portale mit Streaming-News, kaum eine TV-Station kann sich leisten, ihre Top-Serien nicht gleichzeitig auch als Web-TV anzubieten, um junge Zuseher nicht zu verlieren. Die Telekomkonzerne wollen ebenso wie die Handyhersteller mit prallgefüllten Kriegskassen sich des TV-Business bemächtigen. Google zeigt schon seit einiger Zeit Ambitionen, neben dem Web eine TV-Schiene auszubauen und mit Mobile Communications-Segmenten zu punkten: mit dem Android und mit dem gigantischen Projekt, die Contents aller wichtigen Tageszeitungen und Magazine einzuscannen und online zur Verfügung zu stellen. Google möchte in wenigen Jahren das weltweit größte digitale Zeitungsarchiv anbieten: gewissermaßen alles, was in den vergangenen Jahren überhaupt publiziert wurde.

Amazon und Sony stellen auf der Frankfurter Buchmesse erstmals ihre e-reader vor, elektronische Books, die man grenzenlos upgraden kann. All das firmiert unter dem Titel Crossmedia. Und damit sind längst noch nicht alle denkmöglichen Devices, Channels und Konvergenzen aufgezählt.







Weitere Informationen zu den Medientagen und der Medienmesse finden Sie unter www.medientage.at.


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