Denkanstöße
 

Denkanstöße

„Medienquartett“, ein medienkritisches Format von Okto, Concordia und M-Media, ging am 18.Oktober um 20:00 auf Sendung.

An der Nase gepackt fühlen können sich die heimischen Medien an Tagen wie diesen. Denn die medienkritischen Stimmen hierzulande werden lauter und hallen nun im TV wider. Das „Medienquartett“ soll Denkanstöße geben, wie es Okto-Programmintendantin Barbara Eppsteiner beschreibt. Auch Armin Thurnher, Chefredakteur des Falters, benennt es zu Beginn der ersten Sendung gleich: „Einmal im Monat wollen wir zu viert zu aktuellen Themen und Problemen der Medien sprechen.“ Und führt aus: „Die Medien sind ja jene Macht in der Geselllschaft die über sich am wenigsten Rechenschaft ablegt.“ Wer könnte sich also besser in eine medienkritische TV-Sendereihe einfügen als Armin Thurnher höchst persönlich- der „quasi als Medienquartett-Marke“ fungiert.

Erste Sendung

Zu sehen ist das neue medienkritische Format auf Okto. Sendestart war der 18. Oktober, wobei die erste Sendung bereits am 5. Oktober aufgezeichnet wurde. Alle weiteren werden aber im vier Wochen-Takt live aus dem Studio gesendet. Zu Thurnher, der die erste Sendung zu dem Thema „Talkshow“ moderierte, begeben sich zudem Astrid Zimmermann, Generalsekretärin Presseclub Concordia, Simon Inou, M-Media, Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, und um die zu behandelten Themen historisch-kulturell einzuordnen auch die Kulturwissenschafter und Philosophen Herline Pauer-Studer und Herbert Hrachowetz. Pro Sendereihe wird zudem ein weiterer Gast in die Runde geladen. Im Falle der ersten Sendung zu dem Thema „Talkshow“ diskutierte mit den Akteuren der heimischen Medienlandschaft auch die Berliner Fernsehjournalistin Claudia Bender. Bekannt durch die Talkshows „Was erlauben Strunz?“, “Studio Friedman“ und „Sabine Christiansen“ sollte sie dem Verlauf der Sendung neben ihrem „konkreten Praxiswissen“ auch den Blick über den Tellerrand ermöglichen. Der Okto-Programmintendantin Eppsteiner ist es wichtig, internationale Gäste wie Bender mit dabei zu haben, „denn auf die Dauer wollen wir keine österreichische Nabelschau gestalten.“

Konkrete Themen

Die Zielgruppe, die sich auch über „Democracy now“ und „Europa und der Stier“ erfreut, wird sich über die öffentliche Auseinandersetzung sicherlich erfreuen. Die nächsten Sendethemen sind zwar noch nicht festgelegt, um „auf aktuelle Ereignisse eingehen zu können“, aber in den Raum gestellt werden schon einmal Fragen wie „Was darf Journalismus eigentlich alles?“ und die Diskussion um die gesellschaftspolitische Situation in Ungarn, wobei auch das Spannungsfeld zwischen Journalismus und Anzeigen, passend zu den aktuellen Ereignissen rund um die Regierungsinserate von dem Medienquartett in einer der 57 minütigen Sendungen beleuchtet werden soll. 2012 soll es laut Eppsteiner zudem ein offenes Online-Archiv geben, an dem zwar nicht spezifisch die Interaktion mit dem Publikum gefordert wird, aber nicht vollkommen ausgeschlossen ist. Ideal wäre natürlich auch „eine Kooperation mit Kobuk.at (medienkritischer Blog)“ fände die Programmintendantin auch interessant, aber erstmals sind die Sendetermine bis Ende Juni 2012 festgelegt. Die Idee zu dem medienkritischen TV-Format „lag schon seit Längerem in der Luft“: Vor einem Jahr aber wurde die Umsetzung von dem Presseclub Concordia, M-Media und Okto konkretisiert.
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