Decaux-Gruppe beteiligt sich an Gewista
 

Decaux-Gruppe beteiligt sich an Gewista

Decaux Central Eastern Europe wird neuer Mehrheitseigentümer. Jean Francois Decaux erklärt seine Österreich-Pläne.

Zwei Drittel Werbung, ein Drittel Dienstleistung. Auf diesem Konzept fußte bislang das Wachstum der französischen Out of Home Media-Gruppe J.C. Decaux. Diese Philosophie will die Decaux-Gruppe über ihre Kooperationsvereinbarung mit der Gewista nun auch in Österreich verbreiten. Basis der Vereinbarung, die noch der kartellrechtlichen Genehmigung bedarf, ist die Gründung einer neuen Gesellschaft, der Decaux Central Eastern Europe (DCEE), an der die B&C Holding, die als Finanzinvestor die Beteiligungen der Bank Austria verwaltet, nunmehr mit 41,5 Prozent beteiligt ist. Die Decaux-Zentrale hält 58,5 Prozent an der Gesellschaft. Die DCEE wiederum hält 67 Prozent an der Gewista (das sind die ehemaligen 51 Prozent der Bank Austria sowie die 16 Prozent der IWG-Holding, die schon im Herbst 2000 erworben wurden). Die restlichen 33 Prozent liegen weiter bei der Progress BeteiligungsGmbh. Dem Vernehmen nach sind im Zuge dieses Zusammengehens keine Gelder an die Bank Austria gefloßen.



Als ersten Schritt der neuen Kooperation wird die Osteuropa-Zentrale der Decaux-Gruppe von Köln nach Wien verlegt. Zu seinen Pläne mit der Gewista erklärt Jean-Francois Decaux, Sohn des Firmengründers und Vorstandsvorsitzender der Decaux-Gruppe: Es gibt noch zu viele Plakat-Großflächen in Österreich. Sein Augenmerk gilt dem innovativen Stadtmobiliar. Darunter sind etwa Litfaßsäulen mit Einbauten zu verstehen. Aber nicht nur Internet-Terminals haben dort Platz, sondern auch andere öffentliche Dienstleistungen. Ebenfalls angesprochen wurde das Fehlen öffentlicher, vollautomatischer Toiletteanlagen oder der Verbesserungsbedarf bei Zeitungskiosken. Konkret denkt Decaux daran, neue Zeitungskioske gestalten zu lassen und deren Produktion, Aufstellung und Wartung für die Stadtverwaltung zu übernehmen. Im Gegenzug für das exklusive Vermarktungsrecht. Decaux kündigt auch an, mit der Betreibergesellschaft des Wiener Flughafens über die Werbung via Plasmabildschirmen verhandeln zu wollen. Darüber hinaus sucht man mit der Gewista das Wachstum außerhalb der Stadtgrenzen Wiens und denkt dabei an Salzburg oder Graz. Umgekehrt sieht er im Produktportfolio von Infoscreen einen möglichen künftigen Exportschlager. Erste Verhandlungen mit Stockholm laufen bereits.



Die für die Outdoor-Werbung in Osteuropa zuständige Europlakat, an der die Gewista 51 Prozent hält und die Schweizer Affichage Holding 49 Prozent (an dieser ist die Decaux-Gruppe wiederum mit 30 Prozent beteiligt), kommt durch die Kooperation von Gewista und J.C.Decaux in Tschechien etwa schlagartig zu verdoppelten Marktanteilen. Generell ist Decaux zuversichtlich, was die Marktanteilsentwicklung der Außenwerbung am nationalen Werbevolumen in Österreich betrifft. Besonders im Bereich der fast moving consumer goods ortet Decaux bereits Etatverschiebungen in Richtung Outdoor Advertising. Dem würde auch ein schnellerer Affichierungsrhythmus entgegen kommen. Schließlich verkauft die Decaux-Gruppe gegenwärtig etwa 80 Prozent ihrer Werbeflächen im Wochenrhythmus. (spr)

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