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Datenjournalismus

APA und OGM: 'Grätzlanalyse' zur Wien-Wahl

Alessandro Cristiano/stock.adobe.com
7,5 Millionen über einem Zeitraum von drei Jahren stellt die Stadt Wien für Medienprojekte bereit
7,5 Millionen über einem Zeitraum von drei Jahren stellt die Stadt Wien für Medienprojekte bereit

Das Projekt erhebt statistische Daten auf hyperlokaler Ebene. Zur Wien-Wahl wurde derAnteil der Stimmberechtigten in 137 Wiener Grätzln erhoben. Die Auswertung zeigt: Nirgendwo in Österreich leben so viele Menschen ohne Stimmrecht wie in Wien.

Am 11. Oktober wählt Wien. Und im Vorfeld der Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen haben die APA und das Marktforschungsinstitut OGM eine statistische Analyse aufgestellt, die die Stimmberechtigung der Wiener Stadtviertel untersucht hat. „Die spannenden Geschichten liegen oft so nah“, meint APA-Chefredakteur Johannes Bruckenberger bezogen auf den Wert von lokaler Berichterstattung für Medien und User. „Mit Projekten wie der ‚Grätzlanalyse‘ finden wir diese Geschichten in vermeintlich abstrakten Daten. Eine faktenbasierte und datengetriebene Berichterstattung auf Grätzl-Ebene ist ein absolutes Novum.“

Die Ergebnisse der Analyse: Rund eine halbe Million Einwohner dürfen an der Gemeinderatswahl ihre Stimme nicht abgeben. Dabei zeigen sich auch demografische Trends: In den gürtelnahen Grätzln des 10. Bezirks ist jeder  Zweite von der Wahl ausgeschlossen, weiter stadtauswärts nicht einmal jede oder jeder Fünfte. Ausländer dürfen generell nicht wählen, EU-Bürger lediglich die Bezirksvertretungen. Insgesamt haben etwa drei von zehn Wienern kein Stimmrecht. OGM-Data-Scientist Johannes Klotz sieht in Informationen auf lokalem Niveau großes Potenzial: „OGM verfügt über umfassende statistische Daten auf Ebene der Wiener Grätzln und aller Gemeinden Österreichs. Durch Fusionierung mit weiteren Daten zu Einkommen, Konsum und Freizeit stehen damit solide Entscheidungsgrundlagen für Politik, Institutionen und Unternehmen auf einer sehr kleinräumigen Ebene zur Verfügung.“ Die APA und die OGM planen im Rahmen der Grätzl-Analyse noch weitere Themenschwerpunkte. 
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