Das Stadion als Businessdrehscheibe
 

Das Stadion als Businessdrehscheibe

SK Rapid Wien
Die Röhre am Standort des ehemaligen Block West beheimatet neben Geschäftsstelle, Fanshop und Museum auch den Businessclub samt VIP-Logen.
Die Röhre am Standort des ehemaligen Block West beheimatet neben Geschäftsstelle, Fanshop und Museum auch den Businessclub samt VIP-Logen.

Das neue Allianz Stadion des SK Rapid bietet aktuell 500 Businesspartnern eine Heimat. Die Vernetzung erfolgt nicht nur auf B2B-Ebene, sondern auch mit den Fans.

Sportlich läuft es derzeit nicht rund für den SK Rapid Wien – zwar sind die Auftritte in der UEFA Europa League passabel, in der Liga fehlen allerdings zwölf Punkte auf Tabellenführer Sturm Graz. Dafür vermelden die Vereinsverantwortlichen eine positive Entwicklung abseits des grünen Rasens.

„Wir wollen der größte Businessclub Österreichs werden“, gab Rapid-Geschäftsführer Christoph ­Peschek zur Eröffnung des neuen Stadions im Juli die Marschroute aus. Aktuell hält der SK Rapid bei über 500 Unternehmen, die als Businesspartner Teil des Clubs sind.

„Der Businessclub läuft sehr gut an“, meint Peschek. 2.500 Businessplätze hält das neue Stadion parat, diese sind allesamt in der optisch auffälligen Röhre untergebracht. „Für Rapid war das eine Transformation von rund 500 VIP-Gästen im Hanappi auf bis zu 2.500 im Allianz Stadion“, beschreibt Peschek die Challenge.

Der nationale Bewerb beschert dabei sieben Millionen Euro Einnahmen aus dem Businessbereich, dazu kommen noch einmal rund acht Millionen Euro aus Sponsoringleistungen. Von den 41 verfügbaren Logen sind alle verkauft, zusätzlich bietet der Verein zwei Eventlogen für den Spieltag mit Platz für bis zu 50 Personen. Bei über 2.500 möglichen Sitzplätzen im Hospitality-Bereich seien rund 2.000 als Jahreskarten abgesetzt worden.

„Das ist ein Wert, der jede österreichische Benchmark sprengt und mit dem wir auch den internationalen Vergleich nicht scheuen müssen. Aber selbstverständlich analysieren wir, was die Qualität im Innenbereich betrifft, aber auch das Stadionerlebnis zum Spiel selbst.“ So werde man im Winter bauliche Maßnahmen setzen, um überzählige VIP-Sitzplätze im Außenbereich zu reduzieren.

Peschek zeigt sich mit dem Zuspruch auch im Vergleich zufrieden: „Wir haben im Businessclub so viele Zuseher wie mancher Bundesligist im Schnitt gesamt nicht hat.“

Neue Team- und Premiumpartner

Zentrale Frage war es, in welcher Beziehungs- und Betreuungsstruktur Businesspartner mit Rapid stehen – und wie gegenseitiger Nutzen generiert werden kann. „Daher haben wir in Kooperation mit der Modul Universität das Projekt unter dem Titel Customer Treatment gestartet und dabei analysiert, was international State of the Art ist und wie wir diese neue Dimension für Rapid mit den Erwartungshaltungen der Partner erfüllen können.“

Durchgeführt wurde eine Segmentierung in Premium-, Team- und Businesspartner. Anhand dieser gibt es entsprechende Events und Betreuungen. „Die Struktur der Partner ist dabei sehr gemischt, es war uns auch wichtig, so die stabile Säule auf möglichst vielen Schultern zu tragen“, so Peschek.

Im Premiumpartner-Segment konnten mit T-Mobile und Wiener Zucker diese Saison zwei neue Partner gewonnen werden, im Teampartner-Segment sind es Unternehmen wie LG, Radatz, Dark Dog, VEG, Wienwert und TÜV Österreich zusätzlich an Bord. Auch das Branchenbuch „Die grünen Seiten“ auf der Website als Türöffner für Businesspartner zu Rapidfans werde gut angenommen.

„Aus den Repucom-Studien wissen wir, dass nahezu jeder zweite Rapid-Fan, wenn er vor einer Entscheidung steht, einen qualitativ gleichwertigen und preislich vergleichbaren Produktkauf zu tätigen, bevorzugt einen Rapid-Partner wählt. Wenn ein Rapid-Fan einen Installateur sucht, findet er ihn bei uns.“

Von Taufen bis Weihnachtsfeiern

Abseits des Spieltages gibt es den privaten Eventbereich, wo kaum ein Wochenende vergehe, an dem nicht Taufen oder Hochzeiten stattfinden. „Das wird wirklich sehr gut angenommen. Hier bieten sich auch glänzend die Eventlogen an, um nach der Feierlichkeit noch zu essen und zu feiern.“ Auch im Businessbereich fänden laufend eine Reihe von Events und Kongressen statt – „und unfassbar viele Weihnachtsfeier-Anfragen liegen auf“.

Bei den Führungen im Stadion samt Rapideum wird der Verein demnächst den 5.000. Besucher begrüßen. „Das Stadion hat eine unglaubliche Anziehungskraft, das bestätigt uns, dass der Schritt der richtige war.“ Die Wachstumsstrategie wolle man fortsetzen. Bis Ende des Jahres eröffnet der Verein den ersten Fanshop-Standort außerhalb Wiens in St. Pölten. 
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