Das sind die Wachstumspläne von oe24
 

Das sind die Wachstumspläne von oe24

Chris Singer
Geschäftsführer des oe24-Netzwerks: CEO Niki Fellner mit dem neuen COO Christopher Sima.
Geschäftsführer des oe24-Netzwerks: CEO Niki Fellner mit dem neuen COO Christopher Sima.

Fokus auf Programmatic, klassische TV-Budgets und das Launchen neuer Angebote sollen den digitalen Umsatz der Mediengruppe Österreich ankurbeln.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 47 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Vermarktungs-Potenziale im vorhandenen Inventar optimieren, internationale und Bewegtbild-Etats stärker heben, neue Services launchen und damit die Digitalumsätze pushen – das ist das erklärte Ziel der Mediengruppe Österreich. An seine Seite geholt hat sich Niki Fellner, Geschäftsführer des oe24-Netzwerks, für dieses Vorhaben den langjährigen Chef des GMX-Vermarkters United Internet Media Austria, Christopher Sima, der nun als COO bei oe24 die Gesamtverantwortung für die Bereiche Sales & Operations, Programmatic & Daten-Management sowie Product Development übernimmt.

Der erste Punkt auf der Agenda, wie die beiden im Gespräch mit HORIZONT erläutern: den Bereich der programmatischen Werbung ankurbeln. „Wir wollen im Bereich der programmatischen Werbung die Speerspitze bilden, auch um im internationalen Vergleich standhalten zu können“, erläutert Sima. Denn: „Der Druck von Kunden und Agenturen wird größer, programmatische Systeme aufzusetzen. Es ist hoch an der Zeit, das zu realisieren, sonst verlieren wir Umsatz, sonst können wir unser Inventar nicht optimal monetarisieren, sonst können wir auch keinen Wettbewerb innerhalb des eigenen Inventars schaffen. Unser Ziel ist es, den eTKP pro verkauften Kontakt zu steigern.“ Bestehende Systeme werden aktuell überprüft und optimiert, die Implementierung neuer überprüft. „Programmatic ist für uns ein Mittel, um Umsätze zu steigern. Ich erwarte mir für 2018 ordentliche Umsatzsteigerungen im deutlich zweistelligen Bereich für unser Digitalgeschäft“, ergänzt Fellner. Systeme zum programmatischen Buchen würden digital „knallhart nach dem eTKP“optimieren, so Sima. Dadurch können die Verantwortlichen Ad Impressions teurer verkaufen als bisher. „Die Automatisierung bringt einen zehn- bis fünfzehnprozentigen Boost der Budgets, auch weil wir technisch mehr und schneller abarbeiten können“, ist sich Sima sicher. Der Schritt sei auch international getrieben. „Viele Budgets werden mittlerweile einfach nicht mehr in Österreich über Direktkundenkontakt vergeben, sondern über Hubs, in denen Media gepullt und zentral organisiert wird. Da lockt echtes frisches Geld, das wir vorher nicht hatten. Im internationalen Wettbewerb gilt es über Technik, Systeme und Inventarqualität zu punkten, damit man von diesen Pools das Maximum abziehen kann“, so Sima. Derzeit mache der programmatisch gebuchte Anteil zehn Prozent des Digitalumsatzes aus, so Fellner. Die Digitalumsätze in der Mediengruppe Österreich würden sich – E-Commerce eingerechnet – auf knapp 20 Prozent belaufen. „Das Ziel lautet, diesen Anteil in den nächsten drei Jahren Richtung 50 Prozent voranzutreiben“, gibt Fellner die Richtung vor.

Vermarkten auf vier Säulen

Die digitale Vermarktung der Mediengruppe Österreich fußt auf vier Säulen. Erstens der klassische Werbeverkauf, den man weiterhin praktizieren wolle. Das Zweite ist der nun von Christopher Sima forcierte programmatische Bereich. Drittens setzt Fellner auf Potenzial im Contentbereich; von klassischem Content Marketing bis zur Contenterstellung für Kunden mit der eigenen Content Agency Studio24 – dieser Bereich soll mittelfristig bis zu 50 Prozent des Digitalumsatzes generieren. Das vierte Standbein ist das Bewegtbild-Segment. Vor allem der Wahlmonat Oktober brachte dem Portal zuletzt Zuwächse, laut den vom Teletest (AGTT) veröffentlichten Streaming-Werten knackte oe24 im Oktober die 20-Millionen-Marke. Insgesamt wurden im Oktober 20.931.914 Brutto-Video-Aufrufe auf oe24 gemessen. Damit war das Portal im Oktober hinter dem ORF (circa 33 Millionen Bruttoviews) klare Nummer zwei am Markt. Bei den Nettoviews liegt oe24 ebenso auf Platz zwei, bei der Gesamtnutzung in Minuten auf Platz drei.

Im Online-Bewegtbild sei man de facto ausgebucht, so Fellner. Ins Visier nimmt man hier klassische TV-Budgettöpfe. „TV-Nettoreichweiten sind begrenzt; wenn ich mehr Geld in einen TV-Sender stecke, kann ich nur noch die Bruttokontakte erhöhen, aber nicht mehr Leute erreichen“, so Sima. Er will das Potenzial, digital auf seinen Plattformen on Top mehr Kontake zu erreichen, forcieren. „Da entsteht für uns die Chance, gepaart mit gezieltem Targeting, neue Zielgruppen zu erschließen – und damit greifen wir auch auf völlig neue, frische Budgettöpfe zu.“ Das sei ja auch der Grund gewesen, oe24TV vor einem Jahr zu gründen, so Fellner: „Wir stehen mit den neuen Möglichkeiten der Bewegtbild-Vermarktung wie der Bär vorm Honig, die sich eröffnenden Budgettöpfe sind eine für uns ungeahnte Größenordnung.“

Neue App, neues Reiseportal

Im Fokus stehen für die nächsten Wochen auch neue Projekte. Noch heuer soll eine neue App kommen, die „die Usability weiterentwickelt, neue Werbeformate bietet und in der Usage einen deutlichen Push bringen soll.“ Dazu baut die Mediengruppe ihr Lifestyle-Segment weiter aus und verlängert das Ende des letzten Jahres gestartete Print-Reisemagazin digital unter reise24.at: Reise-Content in Verbindung zum hauseigenen Reiseportal joe24, so sollen User über Inhalte zur Buchung gebracht werden. „Nur über Inhalte können wir User statt zu Holidaycheck oder booking.com zu uns bringen“, so Fellner.
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