Das sind die fünf Trends am Printmarkt
 

Das sind die fünf Trends am Printmarkt

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Die aktuellen ÖAK-Zahlen geben einen interessanten Einblick in den österreichischen Print-Markt.
Die aktuellen ÖAK-Zahlen geben einen interessanten Einblick in den österreichischen Print-Markt.

Die aktuellen Daten der ÖAK verdeutlichen aktuelle Entwicklungen: von starken großen Tankern bis hin zu neu erstarkten Magazintiteln.

Die Zahlen der Österreichischen Auflagenkontrolle ÖAK für das erste Halbjahr 2016 liegen vor – und verdeutlichen abseits der Diskussion über Sieger und Verlierer bereits aus vorherigen Erhebungen bekannte Trends am österreichischen Zeitungsmarkt. 

1. Starke Big Player




Der nationale Marktführer am Tageszeitungsmarkt, die Kronen Zeitung, verkauft nach wie vor 752.274 Exemplare. Das bedeutet zwar einen Rückgang um etwa 2,5 Prozent zum ersten Halbjahr 2015, beunruhigt die Verantwortlichen auf dieser Flughöhe aber nicht wirklich. Stabile Printauflagen, steigende E-Paper-Zahlen und anwachsende Zugriffszahlen im Web seien ein „klares Zeichen für die Vitalität und Stärke der Medienmarke ‚Krone‘“, zeigt sich Geschäftsführer Gerhard Riedler zufrieden. Aber auch wöchentlich erscheinende Titel wie Die ganze Woche, stolze 387.345 gedruckte Exemplare schwer, verkauft nach wie vor über 300.000 Ausgaben. Supplements wie das Fernsehmagazin tele drucken gar nach wie vor über eine Million Exemplare, 1.087.455 Stück bedeuten nicht einmal 12.000 Stück weniger im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015. 

2. Regionalisierung punktet




Es ist kein unbekannter Umstand, dass in einer globalisierten Welt immer mehr Medienhäuser inhaltlich regionale Aspekte forcieren. Das Resultat: Die Kleine Zeitung als nationale Nummer zwei hinter der Krone legte leicht zu auf 280.752 verkaufte Exemplare. Auch die Salzburger Nachrichten (plus 0,2 Prozent) und die Tiroler Tageszeitung (plus 1,8 Prozent) steigerten ihre Verkäufe. Kaiser am regionalen Zeitungsmarkt sind allerdings bezogen auf die Auflage nach wie vor die Titel der Regionalmedien Austria RMA: 3.435.207 Exemplare verbreitet das Gemeinschaftsunternehmen von Styria Media Group und Moser Holding – ein Zuwachs von über 70.000 Exemplaren. 


3. Gratisboulevard zieht


Im Segment der Gratis-Zeitungen ist Österreich stark gewachsen. Das Blatt erreichte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres eine verbreitete Auflage von 555.834 Exemplaren, Heute liegt bei 621.584 Stück. Das bedeutet für Heute ein Minus von 2,2 Prozent, während die Mediengruppe Österreich auf ein Plus von 2,9 Prozent kommt. In der Druckauflage zeigt sich für die beiden Titel das gleiche Bild: Während Heute ein Minus von 11.808 Stück verzeichnet, hat Österreich im Vergleich zum Vorjahr 18.736 Exemplare mehr gedruckt. Auch die verkaufte Österreich-Auflage stieg von 32.450 auf 33.862. 


4. Wachstum bei E-Paper


Im Aufwind befinden sich die verkauften E-Paper-Ausgaben: Vor allem Tageszeitungen können hier bereits relevante Zahlen für sich verbuchen, mit der aktuellen Erhebung und der erstmals angeführten Verlagsgruppe News zeigen sich auch Magazine bei digitalen Ausgaben stark – Details siehe Substory.


5. ‚trend‘ performt gut - so wie fast die ganze VGN


Die Verlagsgruppe News (VGN) kann in der aktuellen Erhebung mit guten Leserzahlen überzeugen. Gut performte beispielsweise das Flagschiff News, mit stabilen 114.554 verkauften Exemplaren verzeichnete das Magazin ein marginales Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. e-media und Lust aufs Leben konnten ein deutliches Plus von 5,1 Prozent beziehungsweise 3,7 Prozent generieren. 


Durch die Einstellung des Format konnte der trend wohl neue Leser ködern und so ein Plus von 45,8 Prozent bei der verkauften Auflage für sich verzeichnen. Im ersten Halbjahr 2015 waren es noch 31.495 verkaufte Exemplare, laut den neuesten ÖAK-Zahlen sind es nun bereits 45.920 Stück. Das profil hingegen verlor 1,5 Prozent an verkaufter Auflage, das sind 67.072 Stück.


Neu in die Liste der ÖAK-Mitglieder aufgenommen wurde die Gratis-Wochenzeitung Salzburger Fenster. Mit einer Druckauflage von 158.033 und einer verbreiteten Auflage von 156.985 Stück erscheint die Zeitung aus dem Salzburger Verlagshaus einmal pro Woche. Aus dem Hause Bohmann Druck & Verlag steigt das monatliche Magazin Gute Reise mit einer verbreiteten Auflage von 55.194 Exemplaren in die ÖAK-Liste ein. Darüber hinaus ist die Anzeigenkombi Kirchenzeitungen als Kooperation aller Kirchenzeitungen erstmalig ausgewiesen. Deren Pläne und die Sonderstellung erläutert Geschäftsführer Walter Achleitner auf Seite 10. Der Chemiereport.at/Austrian LifeSciences scheint erstmalig in der Österreichischen Auflagenkontrolle auf. 


Auch Austritte wurden verzeichnet: So ist das Modemagazin #ICH aus dem Red Bull Media House nicht mehr gelistet. Der Titel steht wie berichtet zur Disposition, Zukunft ungewiss. Ebenfalls ausgeschieden sind Business+Logistic, das EuroKommunal und das Lifestylemagazin Premium.
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