Das sind die aktuellen Radiotestzahlen
 
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Gerade der Blick in die Bundesländer offenbart eine neue Flexibilität bei Österreichs Radiopublikum.
Gerade der Blick in die Bundesländer offenbart eine neue Flexibilität bei Österreichs Radiopublikum.

Der Radiotest 2018/2 ist veröffentlicht. Er weist - erstmals unter neuer Methodik erhoben - leichte Verschiebungen bei den Reichweiten auf, vor allem zugunsten kleinerer Stationen. Mit durchschnittlich täglich 167 Minuten Radiokonsum in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen bleibt Österreich Radioland.

71,7 Prozent Reichweite in der "werberelevanten" Zielgruppe und 74,9 Prozent in der Gesamtbevölkerung (über 10 Jahre) untermauern auch im neuen Radiotest das Gewicht des Mediums. Zwar bedeutet das laut den statistischen Maßgaben ein signifikantes Minus im Vergleich zum Radiotest 2017/2, im internationalen Vergleich aber immer noch Traumwerte. RMS-Austria Geschäftsführer Joachim Feher sah in einer ersten Reaktion, dass sich Radio "in einer sich immer mehr fragmentierenden Medienlandschaft als verlässlicher und starker Partner" auch der Werbewirtschaft bestätige.

Gemäß den statistischen Maßgaben des Tests weist dieser auch sinkende Anteile sowohl für die Privaten als auch die ORF-Sender aus; das ist allerdings im Spiegel der generell leicht gesunkenen Hördauer (zehn Minuten weniger im Jahresabstand in der Zielgruppe 14-49, neun Minuten weniger im Hinblick auf die Gesamtbevölkerung 10+) zu verstehen: Gerechnet nach Marktanteilen, hat sich im Verhältnis zwischen Privaten und ORF wenig geändert.

Zunehmende Streuung

Ein Blick in die Details lässt dennoch Rückschlüsse über sich ändernde Hörgewohnheiten zu. Offenbar haben heimische Hörer zusehends Lust auf Abwechslung: Die Zahlen etwa aus den Bundesländern weisen eine deutlich zunehmende Streuung auf, die sich im Verhältnis ORF versus Private kaum abbildet: Reichweitenverluste etwa von Ö3 werden durch Zuwächse von Regionalradios - gerade abseits der Regionalradios aus dem "eigenen" Bundesland ausgeglichen, große private "Platzhirschen" müssen sich ihre Reichweite zusehends mit kleineren Mitbewerbern teilen.

Mit der Publizierung der Radiotest-Zahlen Ende August für den Zeitraum Juli 2017 bis Juni 2018 bewegte man sich gerade noch innerhalb der festgelegten Frist. RMS und ORF hatten die Verschiebung mit einem „einmalig erhöhten Koordinationsaufwand“ und einem längerem Prüfungszeitraum begründet, da die Erhebung seit Jahresbeginn neben der GfK auch von Ankordata durchgeführt wird. Nach Bekanntwerden von Daten-Manipulationen seitens der GfK 2016 wurde das Messinstrument neu aufgesetzt.

Ausführliche Analysen, Daten und Statements zum aktuellen Radiotest lesen Sie in der kommenden Ausgabe des HORIZONT 35-36. Noch kein Abo? Hier klicken.

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